Nach Hauseinsturz: Vermisster Bauarbeiter tot entdeckt

Nach dem Hinterhaus-Teileinsturz in Düsseldorf finden die Einsatzkräfte einen der vermissten Bauarbeiter. Er ist tot. Geborgen werden kann er zunächst nicht. Die Retter hoffen, einen weiteren Mann lebend zu finden - auch mit Hilfe einer Drohne.

27.07.2020, 14:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Fahrzeug fährt mit Blaulicht über eine Straße. Foto: Carsten Rehder/dpa/Symbolbild

Ein Fahrzeug fährt mit Blaulicht über eine Straße. Foto: Carsten Rehder/dpa/Symbolbild

Unter einem Berg von Bauschutt und Stahl liegt ein toter Bauarbeiter in einem Hinterhof in der Luisenstraße in Düsseldorf. Ein zweiter Mann wird noch vermisst in den Trümmern des Gebäudeteils. Der Mann wird im Keller vermutet, wo er wohl zum Zeitpunkt des Einsturzes arbeitete. Dort wollte die Feuerwehr mit einer Drohne nach ihm suchen. „Priorität hat die Suche nach der zweiten Person, das ist der Einsatzschwerpunkt“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Dienstag in Düsseldorf, einen Tag nach dem Hauseinsturz. Der erste Vermisste war am Morgen tot gefunden worden.

Der Leichnam konnte vorerst nicht geborgen werden. Das sei zu gefährlich: Es bestehe weiter Einsturzgefahr, und man wolle zum Schutz des noch weiteren Vermissten äußerst umsichtig vorgehen, erklärte die Feuerwehr. Um den Toten zu identifizieren, sei eine DNA-Probe genommen worden. Die Retter hofften, dass der zweite Mann lebend gerettet werden kann. Nach Erdbeben seien Opfer schließlich auch noch nach Tagen gefunden worden, sagte ein Sprecher.

Das Hinterhaus in der Düsseldorfer Innenstadt in Fußnähe der bekannten Königsallee war am Montagnachmittag teilweise eingestürzt. Von einem mehrere Stockwerke hohen, leerstehenden Gebäudeteil blieb nur ein Trümmerberg mit Mauerteilen, Steinen, Latten und einem Rest vom Gerüst übrig.

Die ganze Nacht hindurch waren Höhenretter und Feuerwehrleute vor Ort. Dass außer einem Mann noch ein weiterer Bauarbeiter fehlte, war erst Stunden nach dem Einsturz bekannt geworden. Notfallseelsorger und Psychologen betreuten über 50 Menschen: darunter Arbeiter von der Baustelle, Angehörige der Vermissten und Anwohner, die aus ihren Wohnungen heraus mussten. Rettungshunde waren zum Unglücksort gebracht, aber nicht eingesetzt worden.

Ein Feuerwehrsprecher nannte die Lage vor Ort am Dienstag weiterhin „sehr dynamisch und instabil“. Für die Feuerwehr waren 60 Mann vor Ort. Um den ganzen Gebäudekomplex zu überwachen, brachte das Technische Hilfswerk Messpunkte an, um die Statik permanent zu prüfen.

Die Polizei sperrte die Straßen rund um den Einsturzort ab. Etliche Fahrzeuge von Feuerwehr und Polizei standen auf den Fahrbahnen. „Sobald unsere Ermittler den Ort betreten können, werden die Ermittlungen aufgenommen“, sagte ein Polizeisprecher.

Die Fassade des aus der Nachkriegszeit stammenden Vorderhauses war zumindest äußerlich nicht beschädigt. Die Stadtwerke trennten das gesamte Gebäude von der Energiezufuhr. Vorsichtshalber waren noch am Montag drei angrenzende Gebäude geräumt worden. Davon waren zunächst 40 Menschen betroffen. Unklar ist, wann sie zurückkehren können. „Es ist noch nicht abzusehen, wann der Einsatz zu Ende geht“, sagte der Feuerwehrsprecher.

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