Tagebau Garzweiler: Keine Aktivisten mehr auf Baggern

Die Baggerbesetzung auf dem Gelände des Tagebaus Garzweiler ist beendet. Es seien keine Aktivisten mehr auf den Baggern, sagte eine Polizeisprecherin am Freitagabend. Teils seien sie schließlich freiwillig herunter gekommen, andere hätten von Beamten heruntergebracht werden müssen. „Da keine der Personen ihre Identität freiwillig preisgeben wollte, wurden alle zwecks Identitätsfeststellung zum Gewahrsam gebracht“, hieß es von der Polizei. Laut den Beamten waren rund 70 Aktivisten in der Nacht auf fünf Bagger und einen sogenannten Absetzer geklettert. Der Betrieb stand deshalb still.

26.06.2020, 19:31 Uhr / Lesedauer: 1 min

Zudem habe es eine Anzeige wegen Körperverletzung gegeben. Aktivisten sollen einen RWE-Mitarbeiter gestoßen haben, als dieser sie daran hindern wollte, auf einen Bagger zu klettern. „Eine dabei erlittene Verletzung musste in einem Krankenhaus behandelt werden“, teilte die Polizei mit.

Andere Demonstranten zogen mit einer Menschenkette eine symbolische rote Linie am Tagebau Garzweiler. Dass es gerade jetzt wieder Protestaktionen gegen klimaschädlichen Kohlestrom gibt, ist kein Zufall: Kommende Woche sollen Bundestag und Bundesrat Gesetze beschließen, die den Kohleausstieg bis spätestens 2038 festzurren. Aus Sicht von Klimaschützern ist das deutlich zu spät. Sie ärgern sich außerdem, dass die Braunkohlekonzerne zusammen 4,35 Milliarden Euro Entschädigung bekommen sollen und der Abschaltplan für Kraftwerke nicht genau dem entspricht, was die Kohlekommission - in der auch Umweltverbände saßen - vor eineinhalb Jahren vorgeschlagen hatte.

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