Sturm bricht Äste aus Lüner Naturdenkmal: Uralte Stieleiche beschädigt

dzUnwetter

Vieles hat die alte Stieleiche an der Moltkestraße bisher überstanden. Dem Unwetter am Freitag konnte das imposante Naturdenkmal nicht trotzen: Dicke Äste sind aus der Krone gebrochen.

Lünen

, 18.08.2020, 07:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange Blätter, viele Eicheln und eine stattliche Krone: Die Stieleiche an der Moltkestraße in Höhe des Segelflugplatzes gilt als beeindruckender Baum. Allein der Stamm hat einen Umfang von 350 Zentimetern. Weil die Stieleiche besonders stattlich ist, wurde sie in die Liste der schützenswerten Naturdenkmäler aufgenommen. Das Unwetter am Freitag hat ihr allerdings stark zugesetzt: Ein ganzer Teil der Krone ist herausgebrochen. Äste, so dick wie Bäume, liegen auf dem Boden.

„So etwas noch nicht erlebt“

Anneliese Kittel hat ihren Garten unweit des Baumes. Während dort noch alles aussieht wie vorher, hat der Sturm den Baum mit voller Wucht getroffen. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, schildert sie am Montag (17.8.) die Ereignisse vom späten Freitagabend. Vom Fenster aus hatte sie einen Ahorn im Blick und sah, wie der Sturm in die Krone fuhr. „Ich dachte, die bricht ab“, sagt sie. Dass es stattdessen die Krone der Stieleiche war, stellte sie erst am nächsten Morgen fest. Da hatten Nachbarn schon die Stadt benachrichtigt. Die Feuerwehr hat den Bereich mit Flatterband gesichert.

Eine der Bruchstellen in der Krone der imposanten Stieleiche.

Eine der Bruchstellen in der Krone der imposanten Stieleiche. © Quiring-Lategahn

Stieleiche hat Kyrill überstanden

Stark beschädigt steht die Stieleiche jetzt da. Zu ihrem Alter gibt es unterschiedliche Angaben. Anneliese Kittel spricht von 300 Jahren, auch Horst Störmer, Vorsitzender des Stadtverbands für Heimatpflege, kann sich das vorstellen. Thomas Rühle hingegen, Baumexperte des Kreises Unna, hält eher 140 bis 150 Jahre für realistisch. Wie auch immer. Viel hat die Stieleiche in der Zeit erlebt und sogar Orkan Kyrill 2007 gut überstanden.

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Für die 51 Naturdenkmäler in Lünen ist der Kreis Unna zuständig. Thomas Rühle will sich am Mittwoch das Ausmaß des Schadens ansehen und dafür sorgen, dass die heruntergebrochenen Äste weggeräumt werden. Eigentlich sei das Sache der Hauseigentümer, doch in diesem Falle übernehme die Arbeiten der Kreis Unna. „Wir wollen Bürger damit nicht alleine lassen.“ Jedes Jahr würden die Naturdenkmäler kontrolliert. Zuletzt hätten Baumpfleger Weihnachten 2019 Totholz aus der Stieleiche geholt.

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Wasser für Napoleonsbuche

Schönheit, Seltenheit, Alter und Standort seien Merkmale, die einen Baum zu einem Naturdenkmal machen, erläutert Horst Störmer. Besonders schöne Exemplare in Lünen seien die 200 Jahre alte Kastanie auf dem Hof Schulz-Gahmen und die zweistämmige Napoleonsbuche. Die sei im vergangenen Jahr eigens vom Kreis Unna gewässert worden. Weil sie während der Hitzewelle in diesem Sommer wieder einen traurigen Eindruck mache, versorge ein Mitglied des Arbeitskreises für Umwelt und Heimat ehrenamtlich die Buche mit Wasser - aus Liebe zum Baum.

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