Studie: Analyse von Corona-Proben bei Tönnies-Ausbruch

Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Schlachthof Tönnies sollen bis zu 2000 Proben von Infizierten im Kreis Gütersloh für eine Studie erneut unter die Lupe genommen werden. Unter anderem wollen die Wissenschaftler durch eine Bestimmung der Genomsequenzen, einer Art Fingerabdruck des Virus, mehr über die Infektionsketten und den Ursprung des Ausbruchs herausfinden, wie der Kreis Gütersloh und der Studienkoordinator mitteilten.

10.08.2020, 12:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Blick auf eine Produktionshalle von Tönnies. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild

Blick auf eine Produktionshalle von Tönnies. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild

An der Studie wirken auch Experten der Unikliniken Bonn und Düsseldorf mit. Federführend ist Prof. Carsten Tiemann vom Labor Krone, das die Proben während des Infektionsgeschehens genommen und dann archiviert hat. Das Gesundheitsministerium fördere die Studie finanziell, hieß es in der Mitteilung. „Wir hoffen, dass sich zum Schluss auch Präventionsmöglichkeiten aus der Studie ableiten lassen“, sagte Tiemann dem „Westfalen-Blatt“ (Montag).

Dem Medienbericht zufolge werden die Proben im Uniklinikum Bonn untersucht, die Uniklinik Düsseldorf hilft bei der Auswertung der enormen Datenmengen. Zudem sollen die Proben mit weiteren Informationen abgeglichen werden, die Behörden anonymisiert zur Verfügung stellen. „Das Gesundheitsamt weiß zum Beispiel, ob eine Probe einem Mann oder einer Frau zuzuordnen ist, wie alt diese Person ist, mit wem sie zusammen wohnt, und an welcher Stelle im Fleischwerk Tönnies sie arbeitet“, erläuterte Tiemann. Erste Ergebnisse sollen im September vorliegen, die Gesamtlaufzeit der Studie ist auf sechs Monate angelegt.

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