Strandbar auf Föhr wirbt mit provokantem Schild: „Keine Maskenpflicht!“

Coronavirus

Aufregung auf der Nordseeinsel Föhr: Eine Bar hat ein Schild aufgestellt, das viele Einwohner und Politiker als eine Provokation empfinden.

Wyk/Föhr

01.08.2020, 11:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
Aufregung herrscht auf der beschaulichen Nordseeinsel Föhr.

Aufregung herrscht auf der beschaulichen Nordseeinsel Föhr. © dpa

Die Strandbar Schapers auf der schleswig-holsteinischen Insel Föhr macht sich aktuell nicht nur Freunde. Denn: Die Betreiber des Lokals haben draußen ein Schild aufgestellt, auf dem steht „Keine Maskenpflicht! Wer möchte, darf uns gern sein Lächeln schenken“, wie „Der Insel-Bote“ berichtet und mit einem Bild zeigt.

Gegen Auflagen verstößt die Bar damit allerdings nicht: In dem Bundesland gibt es für Gäste in Restaurants oder Bars aktuell keine Maskenpflicht, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist freiwillig. Für Empörung sorgt das Schild laut der Zeitung trotzdem bei Einwohnern und Politikern der Stadt Wyk auf Föhr – viele lesen es als expliziten Aufruf, keine Maske zu tragen.

Das sagt der Barbetreiber zu dem Schild

Das soll das Schild laut dem Betreiber Michael Scharper aber nicht sein: „Wir stellen es den Leuten frei und zwingen niemanden, eine Maske zu tragen, das wäre das falsche Signal“, sagt er dem „Insel-Boten“.

Es solle ein Hinweis, aber kein Anreiz dafür sein, auf eine Schutzmaske zu verzichten. Jeder könne das „selbst entscheiden“. So sehe es „der Gesetzgeber auch vor“. Wer sich nicht sicher fühle, dem stehe es frei, nur Läden zu betreten, in denen Masken getragen würden.

Wyks Bürgermeister Hans-Ulrich Hess empfindet das anders und sieht laut der Zeitung Handlungsbedarf, auch wenn nicht gegen Auflagen verstoßen werde. „Ich will das nicht aufblähen, aber selbstverständlich geht man jetzt von Amts wegen dieser Sache nach“, wird er zitiert.

Das Ordnungsamt teilte dem „Insel-Boten“ hingegen mit, dass „keine Möglichkeit“ bestehe, gegen das Schild vorzugehen. In der Bar hätten Mitarbeiter und Gäste sich bisher an Abstands- und Hygieneregeln gehalten, und auch der Dokumentationspflicht der Gäste sei nachgekommen worden.

RND/hsc