Stiftskirche Cappenberg: Generalsanierung ist wohl so nahe wie nie

Stiftskirche

Eigentlich sollte die Sanierung der Stiftskirche zu Cappenberg längst begonnen haben. Anfang 2020; Ende Januar, im April. So hieß es. Nichts tat sich. Jetzt gibt es Neuigkeiten.

Cappenberg

, 12.06.2020, 09:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ab dem 15. Juni soll nun endgültig die Generalsanierung der Stiftskirche Cappenberg beginnen.

Ab dem 15. Juni soll nun endgültig die Generalsanierung der Stiftskirche Cappenberg beginnen. © Sylvia vom Hofe

Der Wortlaut einer Pressemitteilung der Bezirksregierung Arnsberg klingt vielversprechend: „Nach intensiver Planung und einer Vielzahl vorbereitender Maßnahmen beginnt die Generalsanierung der sich im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen befindlichen ehemaligen Stiftskirche Cappenberg. Sichtbar für die Öffentlichkeit starten die Arbeiten mit der Einrichtung der Baustelle und der Einrüstung der Kirche im Juni ab der 25. Kalenderwoche“, heißt es darin.

Arbeiten an der Fassade

Nach Freigabe des Gerüstes nehmen die Steinmetze und Restauratoren die Arbeiten an der Fassade auf. Weitere Arbeiten an der Gebäudehülle im Bereich der Dächer und der Fenster sowie im Fundamentbereich sollen sich anschließen, teilt die Bezirksregierung mit.

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Der Zeitplan: Zur Vorbereitung der Arbeiten im Kircheninneren werden voraussichtlich ab Mitte Juli die transportablen landeseigenen Ausstattungsgegenstände durch eine Fachfirma ausgelagert. Die Restaurierung werde zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt. Die verbleibende Ausstattung werde zum Schutz vor Beschädigung, Schmutz und negativer klimatischer Einflüsse gesichert.

Gewisser zeitlicher Druck

Man könnte als Liebhaber dieses stattlichen, fast 900 Jahre alten Gotteshauses relativ entspannt sein. Wenn da nicht ein gewisser zeitlicher Druck wäre. 2022 soll alles fertig sein. Dann ist Jubiläumsjahr. Zu feiern gibt es Mehreres: 900 Jahre Stiftung des heiligen Gottfrieds, 900 Jahre Kloster Cappenberg, 900 Jahre Grundsteinlegung der Kirche und 900 Jahre Kaiser Barbarossa, der Patensohn von Gottfrieds Bruder, Otto.

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Von September 2022 bis Februar 2023 soll zudem eine international Beachtung findende Ausstellung an zwei Standorten stattfinden: sowohl im LWL-Kunstmuseum in Münster als auch in der Stiftskirche Cappenberg - ein Highlight für Kunst-und Kulturfreunde aus ganz Europa.

Was die Bezirksregierung jüngst versichert hat, ist: dass die Stiftskirche dann keine Baustelle mehr sein soll.

Die Stiftskirche ist ein Kleinod. Sie beherbergt das Grab des heiligen Gottfrieds, der vor 90 Jahren dort das erste Prämonstratenserkloster auf deutschem Boden gründete. Sie hat den detailreichen Baegert-Altar aus dem 15. Jahrhundert, ein 500 Jahre altes, reich verziertes Chorgestühl. Und schließlich ist in der Stiftskirche die goldene Büste aufbewahrt, die weltweit als Barbarossa-Kopf bekannt ist.

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