Stichwahl in Lünen: FDP stützt Kleine-Frauns, Grüne halten sich raus

dzBürgermeisteramt

Die FDP in Lünen ruft ihre Wählerinnen und Wähler auf, bei der Stichwahl am Sonntag (27. September) Amtsinhaber Jürgen Kleine-Frauns zu unterstützen. Die Grünen geben keine Empfehlung ab.

Lünen

, 22.09.2020, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach den Freien Wählern hat nun auch die FDP dazu aufgerufen, bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt am Sonntag (27. September) Amtsinhaber Jürgen Kleine-Frauns zu wählen. „Aus unserer Sicht ist es bei den vorherrschenden Mehrheitsverhältnissen geboten, dass das Amt des Bürgermeisters erkennbar überparteilich geführt wird“, teilt Pascal Rohrbach für die FDP Lünen mit.

Die Liberalen verweisen auf Kleine-Frauns‘ Ergebnis von 2015, als zwei Drittel der Wähler den damaligen GFL-Kandidaten, der 2020 aus dem Amt heraus kandidiert, auf den Chefsessel im Rathaus gehievt hatten. Ferner erinnert die FDP daran, dass bis 2014 schon einmal eine große Koalition im Stadtrat das Sagen hatte: „Diese Konstellation führte auch mit dazu, dass Lünen eine überproportionale Arbeitslosigkeit und eine unterdurchschnittliche Kaufkraft hat, sowie in den verschiedenen landesweiten Rankings immer sicher auf den schlechten hinteren Plätzen landete.“

Wie berichtet streben SPD und CDU erneut eine Zusammenarbeit an, die CDU unterstützt deshalb den SPD-Kandidaten Rainer Schmeltzer bei der Stichwahl. Da auch die GFL keine Wahlempfehlung abgibt, wird der Amtsinhaber offiziell nur von den Freien Wähler und der FDP unterstützt. Denn auch die Grünen, die bei der Kommunalwahl ihr Ergebnis verdoppeln konnten, geben keine Wahlempfehlung ab: „Wir haben mündige Wählerinnen und Wähler, die sich ihre eigene Meinung bilden“, wird Rainer Hohl, neues Ratsmitglied in der grünen Fraktion, in einer Pressemitteilung zitiert.

Keiner der Kandidaten konnte überzeugen

Zuvor waren Kleine-Frauns und Schmeltzer „auf eigenen Wunsch“ bei den Grünen zu Gast gewesen: „Sachlich wurden Ist-Zustände, Perspektiven, grüne politische Forderungen und Visionen diskutiert“, schreiben die Parteisprecherinnen Erika Roß und Ute Brettner. Überzeugen konnte am Ende keiner von beiden: „Die Gesamtfraktion mit Parteivorstand hat letztendlich entschieden: Für die Wahl halten wir an unserem Mitgliederbeschluss fest, keine Wahlempfehlung abzugeben. “

Mit Blick auf die zu erwartende große Koalition im Lüner Stadtrat erklärt Erika Roß: „Wir hoffen, dass die Vertreterinnen und Vertreter aus SPD und CDU den Wunsch der Wählerinnen und Wähler respektieren und ihn nicht durch ein ,Weiter so‘ mit Füßen treten.“ Dass die Grünen Stimmgewinne verzeichnen konnte, während alle anderen mit Verlusten abgestraft wurden, sei ein klares Votum der Bürgerinnen und Bürger.

Bei der künftigen Zusammenarbeit im Stadtrat gehe es den Grünen nicht um Posten oder Macht, sondern um Inhalte und größtmögliche Schnittmengen: „Wir werden die Umsetzung unseres Wahlprogramms forcieren, um dem Wahlauftrag unserer Wählerinnen und Wähler zu entsprechen.“

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