Sportausschuss-Vorsitzende kritisiert Tönnies-Entscheidung

SPD-Politikerin Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, hat die Entscheidung des Schalker Ehrenrats nach der Anhörung von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies kritisiert. „Natürlich, wenn ich einen ganzen Kontinent und seine Bevölkerung letztlich in eine Ecke stelle, dann erfüllt das für mich schon eher den Tatbestand des Rassismus als 'nur' den der Diskriminierung“, sagte Freitag bei NDR Info.

07.08.2019, 11:23 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Ehrenratssitzung am Dienstagabend hatte ergeben, dass Tönnies sein Amt beim Fußball-Bundesligisten nach seinen umstrittenen Aussagen über Afrika für drei Monate ruhen lassen will. Das Gremium kam zu dem Ergebnis, „dass der gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden des S04, Clemens Tönnies, erhobene Vorwurf des Rassismus unbegründet ist“, wie es in der Mitteilung hieß.

Freitag warnte vor den vermeintlich weitreichenden Folgen. „Solche Entgleisungen sind ein Tabubruch ohne Skrupel (...) - und ihre Wirkung in die Gesellschaft, die sie haben, ist - insbesondere in diesen Zeiten - verheerend“, sagte sie. Der Deutsche Fußball-Bund müsse zudem eine „klarere Haltung“ zu der Thematik finden.

Auch der kommissarische Leiter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Bernhard Franke, übte Kritik. „Herr Tönnies hat sich in seiner Rede eindeutig rassistischer Ressentiments bedient und sich herabsetzend über afrikanische Menschen geäußert“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Das sei „sowohl rassistisch als auch diskriminierend für die Betroffenen - und hätte deshalb klar angesprochen und deutlich zurückgewiesen werden müssen. Nur von Diskriminierung zu sprechen, unterschlägt gerade den rassistisch diskriminierenden Gehalt der Äußerung und trägt eher zu deren Verharmlosung bei.“

Weitere Meldungen
Meistgelesen