SPD kritisiert „Corona-Weihnachtsferien“: Verzweiflungstat

Die Verlängerung der Weihnachtsferien zu Gunsten eines besseren Infektionsschutzes vor dem Fest ist aus Sicht der SPD in Nordrhein-Westfalen eine unlogische „Verzweiflungstat“. Niemand könne ernsthaft glauben, dass sich alle Schüler an den Tagen vor Weihnachten allein in ihren Zimmern aufhielten, sagte der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Kutschaty, am Freitag in einer Aktuellen Stunde des Landtags.

13.11.2020, 07:42 Uhr / Lesedauer: 1 min

Anlass war die überraschende Ankündigung von Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am vergangenen Mittwochabend, die Weihnachtsferien schon am 21. Dezember beginnen zu lassen - zwei Tage früher als geplant. Kutschaty bezeichnete diesen unabgestimmten Beschluss als „Unverschämtheit“. Damit zeige sich, dass die Regierung das Parlament nicht wirklich an Entscheidungen über das Corona-Krisenmanagement beteiligen wolle, kritisierte der Oppositionsführer.

Zudem habe sich die bisherige Argumentation der schwarz-gelben Koalition als unlogisch entlarvt, wonach Schulen angeblich keine Corona-Hotspots seien und daher alle vor Ort am Unterricht teilnehmen könnten. Wenn das stimme, müssten doch eigentlich alle Schüler bis zum letzten Tag vor dem Fest in die Schule gehen, sagte Kutschaty.

Für berufstätige und vor allem alleinerziehende Eltern seien die vorgezogenen Weihnachtsferien „eine Hiobsbotschaft“. Für die avisierte Notbetreuung habe die Landesregierung bislang kein Konzept vorgelegt, bemängelte der SPD-Politiker. Zudem verabschiede sich NRW mit diesem Alleingang von allen notwendigen Bemühungen, eine gemeinsame Linie der Bundesländer zu finden.

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