SPD: Landesregierung war nicht auf Coronavirus vorbereitet

Nordrhein-Westfalen war nach Einschätzung der SPD-Opposition nicht gut genug auf die Ausbreitung des Coronavirus vorbereitet. Nachdem Frankreich schon am 24. Januar erste Fälle bestätigt habe, hätte in NRW früher gehandelt werden können, kritisierte SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag. Und obwohl das Robert Koch-Institut schon am 13. Februar die Gefahr einer möglichen Pandemie benannt habe, habe NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) noch am 25. Februar in Interviews versucht, „die Sache kleinzureden“, sagte Kutschaty.

11.03.2020, 11:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Thomas Kutschaty (SPD) nimmt an einer Pressekonferenz teil. Foto: Johannes Neudecker/dpa/Archivbild

Thomas Kutschaty (SPD) nimmt an einer Pressekonferenz teil. Foto: Johannes Neudecker/dpa/Archivbild

Laumanns Aussage, dass NRW gut vorbereitet wäre, habe sich als falsch erwiesen. Tatsächlich hätten Mundschutz und Desinfektionsmittel gefehlt. Auf heftige Zwischenrufe aus den Regierungsbänken sagte Kutschaty: „Sie verschließen die Augen vor der Wahrheit und sagen: „Ist alles schön und gut hier.““

Die Realität sei eine andere. Beispiel seien die Zustände an einer Kölner Schule: Dort fehlten Seife, Papiertücher, Desinfektionsspender, Toilettenpapier und das Waschbecken in der Mensa funktioniere auch nicht. Die Regierungsfraktionen warfen Kutschaty vor, die Coronavirus-Epidemie parteipolitisch zu instrumentalisieren.

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