Sorgenfalten in NRW-Wirtschaft wegen Berliner Corona-Kurses

Sich abzeichnende strengere Vorgaben im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben in Nordrhein-Westfalens Wirtschaft zu tiefen Sorgenfalten geführt. „Sollte es zu verschärften Kontrollen und Kontaktbeschränkungen kommen, müssen diese im Privatbereich ansetzen, wo scheinbar die Mehrheit der Neuinfektionen verursacht werden“, erklärte der NRW-Landesvorsitzende des Verbandes Die Familienunternehmer, David Zülow, am Mittwoch in Düsseldorf. Betriebe hingegen seien nicht die Ursache der aktuellen „Infektionsdynamik“.

28.10.2020, 12:02 Uhr / Lesedauer: 1 min

Unternehmen hätten wirksame Maßnahmen ergriffen, um Infektionsketten unter Mitarbeitern einzudämmen. Auch das Hotel- und Gastgewerbe könne mit Hygiene- und Schutzkonzepten weiterarbeiten. Mit Blick auf die weitgehenden Einschränkungen im Frühjahr sagte Zülow: „Diese abermaligen Belastungen für den Wirtschaftsstandort und Arbeitsmarkt in NRW müssen vermieden werden.“

Vom Robert Koch-Institut heißt es, dass derzeit viele der Fälle, für die der Ursprung der Ansteckung bekannt ist, auf private Treffen und Gruppenveranstaltungen zurückgehen. Die Angaben zum Infektionsumfeld von Ausbrüchen seien allerdings mit Zurückhaltung zu interpretieren. Ein wichtiger Punkt: Nur für einen Bruchteil der Fälle lässt sich nachvollziehen, wo die Ansteckung wahrscheinlich stattfand. Das ist eher möglich für ein begrenztes Umfeld - wie einer Familie oder eine Feier - als zum Beispiel beim Aufenthalt in von vielen Menschen genutzten Räumen wie etwa Bars.

Vor den Bund-Länder-Beratungen am Mittwochnachmittag über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie zeichnet sich eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen ab. Zugleich wird in der Politik über kurzzeitige, aber strenge Lockdowns diskutiert, die die Infektionswelle brechen sollen, etwa in Hotels und Restaurants.

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