Solingen stellt in Schulen zur Hälfte auf digital um

Die Stadt Solingen mit rasant steigenden Corona-Neuinfektionen will Klassenstärken halbieren und daher die Hälfte der Schüler digital unterrichten. Eine entsprechende Verfügung für weiterführende Schulen soll ab kommenden Mittwoch bis Ende November gelten, sagte Schuldezernentin Dagmar Becker am Freitag in einer Video-Pressekonferenz. Höchstens 50 Prozent einer Klasse dürften zum Präsenzunterricht erscheinen, für die anderen laufe es dann als Distanzunterricht. Das „Solinger Modell“ lasse dabei die Schulen organisatorisch entscheiden, ob sie etwa im Wochenblock oder tageweisen Wechsel verfahren wollten.

30.10.2020, 13:32 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das NRW-Schulministerium meldete einen Vorbehalt an: „Ob und inwieweit das Vorgehen der Stadt Solingen den rechtlichen Vorgaben entspricht und aufgrund des Infektionsgeschehens an den Schulen in Solingen angemessen ist, wird derzeit durch die zuständigen Behörden und Stellen des Landes geprüft, die dann rechtzeitig vor Inkrafttreten der Solinger Regelungen am Mittwoch entscheiden“, hieß es aus dem Schulministerium.

Becker erläuterte weiter, dass diese „außergewöhnliche“ Maßnahme zur Eindämmung der Neuinfektionen nicht für Grundschulen und Förderschulen gelte. Ausgenommen seien zudem die Abschlussklassen der Sekundarstufen I und II. Ziel sei es, die insgesamt rund 20 000 Schüler in der Stadt vor einer Schulschließung zu bewahren. Laut Robert Koch-Institut gab es am Freitag 283,8 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen in Solingen. Das ist einer der höchsten Werte in Nordrhein-Westfalen.

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