Solingen sieht Rückenwind für Konzept der Klassenteilung

Die Stadt Solingen sieht sich nach Signalen aus Berlin und Bayern in ihrem Konzept der Klassenteilung für weiterführende Schulen bestätigt. Vor zwei Wochen hatte die bergische Stadt zur Bekämpfung der Pandemie angekündigt, dass wechselweise eine Hälfte einer Klasse im Präsenz-, die andere Hälfte daheim im Distanzunterricht lernen soll. Die NRW-Landesregierung erteilte dem eine Absage. Auch im Vorfeld der Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten am Montag ging es unter anderem um die Frage einer Klassenteilung. Das sei ermutigend, sagte ein Solinger Stadtsprecher vor dem Ende der Bund-Länder-Runde. „So schlecht kann unser Vorschlag also nicht gewesen sein.“

16.11.2020, 13:02 Uhr / Lesedauer: 1 min

Merkel und die Länderchefs vertagten eine Entscheidung über das weitere Vorgehen an den Schulen auf den 25. November. Der Bund hatte zuvor verschärfte Maßnahmen an Schulen vorgeschlagen, wie eine Maskenpflicht für alle Schüler und Lehrer auch im Unterricht und eine Halbierung der Klassen. Damit konnte er sich am Montagabend aber nicht durchsetzen. Der bayerische Regierungschef Markus Söder (CSU) sprach sich im ZDF-„Morgenmagazin“ ausdrücklich für die Möglichkeit eines Wechselunterrichts aus. „Der eine Teil wird via Internet zu Hause beschult, der andere in der Schule.“

Die schwarz-gelbe NRW-Regierung hatte den Solinger Weg untersagt, Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte als Grund die Bildungsgerechtigkeit angeführt. Laut dem Solinger Stadtsprecher hatte sich die Kommune über das Veto in einer sogenannten „Remonstration“ beschwert und ihre abweichende Auffassung noch einmal klargestellt. Als Reaktion darauf habe die Bezirksregierung Düsseldorf der Kommune mitgeteilt, dass sie ihr Modell nicht für alle Schulen der Stadt habe anordnen dürfen, sondern nur im Einzelfall. Solingen habe in seinem Modell die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts aufgegriffen und halte das Konzept weiter für geeignet, um breite Schulschließungen zu vermeiden, erklärte der Stadtsprecher.

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