Solebad: Politik will sich bei Abschlussrechnung in Geduld üben

Solebad Werne

Das Solebad ist seit zehn Monaten geöffnet. Eigentlich Zeit für eine Schlussbilanz, für einen Schlussstrich unter das kostspielige Projekt. Doch dafür räumt die Politik der Stadt noch Zeit ein.

Werne

, 19.02.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das neue Solebad in Werne: Wie teuer es wirklich geworden ist, wird sich frühestens nach der Sommerpause herausstellen.

Das neue Solebad in Werne: Wie teuer es wirklich geworden ist, wird sich frühestens nach der Sommerpause herausstellen. © Leandra Stampoulis

Abgerechnet - so sagt es der Volksmund - wird ja bekanntlich zum Schluss. Aber wann ist das nun eigentlich im Falle des Solebad-Neubaus soweit? Wann kommt der Schlussstrich unter all die Kosten, die das Projekt in den vergangenen Jahren so mit sich gebracht hat - inklusive Planung, Beratung und Abriss des alten Bads?

Genau eine solche umfassende Kostenaufstellung hatte die Werner FDP bereits im Vorfeld des Badausschusses am Dienstag, 18. Februar, gefordert. Fraktionsvorsitzende Claudia Lange bekräftigte diesen Wunsch in der Ausschusssitzung nochmals. Das Bad sei sicher eine Bereicherung für die Stadt, allerdings sei man es „den Bürgern schuldig, nun eine Gesamtbilanz zu ziehen.“ Immerhin sei das Bad inzwischen seit fast einem Jahr in Betrieb. Klaus Schlüter (Grüne) betonte in diesem Zusammenhang, man müsse Transparenz schaffen.

Schlussrechnung wohl erst nach dem Sommer 2020

Die Verwaltung hatte bereits erklärt, eine solche Abschlussrechnung nicht kurzfristig aufstellen zu können - auch nicht zur kommenden Sitzung am 16. Juni. „Zu diesem Zeitpunkt müssten wir mit Ungenauigkeiten rechnen“, erklärte Frank Gründken, Leiter des Bäderbetriebs.

Noch seien nicht alle Rechnungen bezahlt - auch weil schlicht noch nicht alle vorliegen. Allerdings seien auch noch nicht alle Fristen abgelaufen. Der Tenor im Ausschuss: Auf eine lückenhafte Bilanz möchte man verzichten. „Wir sollten schon auf die exakten Zahlen warten. Auch wenn es länger dauert als bis zur nächsten Sitzung“, erklärte Ulrich Höltmann (SPD). Dass die abschließenden Zahlen aus dem Ruder laufen, scheint jedoch unwahrscheinlich.

Der aktuelle Zwischenbericht mit einem vorläufigen Jahresfehlbetrag von etwas mehr als 1,9 Millionen Euro sprengt jedenfalls nicht den Rahmen. Er entspricht in etwa dem Betrag von 2018. Im Doppelhaushalt der Stadt war ein Zuschuss von gut 2,1 Millionen Euro vorgesehen.

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