Situation in Griechenland: Selm möchte minderjährigen Flüchtlingen helfen

dzHilfe für Flüchtlinge

In Griechenland ist die Situation für Flüchtlinge - besonders für Kinder - prekär. Selm möchte deswegen helfen, ihre die Situation zu verbessern. Auch Olfen und Nordkirchen sehen die Not.

Selm

, 16.03.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Situation in den Flüchtlingslagern Griechenlands ist prekär. Besonders für Kinder und minderjährige unbegleitete Flüchtlinge. Erst am Montag kam bei einem Brand im größten Flüchtlingslager Griechenland ein sechsjähriges Kind ums Leben. Ein Thema, was auch die kommunale Politik in Selm beschäftigt.

Situation für Notleidende verbessern

„Ich denke, dass wir uns einig sind, dass wir die Situation verbessern wollen - vor allen Dingen für minderjährige Flüchtlinge an der Grenze“, sagte Kämmerin Sylvia Engemann im Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag. „Wenn die Bundesregierung wie derzeit beabsichtigt der Aufnahme von bis zu 1500 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zustimmt, wird auch die Stadt Selm der Bezirksregierung Arnsberg ein positives Signal für eine zusätzliche Aufnahme von einigen Kindern senden“, erklärt es auch Stadtsprecher Malte Woesmann. In diesem Sinne würde dann auch die Initiative „Seebrücke schafft sichere Häfen“ unterstützt. Dem Bündnis beigetreten ist die Stadt aber nicht.

Die Seebrücke ist eine internationalen Bewegung, die sich laut eigenen Angaben mit Menschen auf der Flucht solidarisiert und sich für sichere Fluchthilfe sowie für eine Entkriminalisierung der Seenotrettung einsetzt. Die teilnehmenden Kommunen der Aktion „Seebrücke“ erklären sich bereit, Flüchtlinge aufzunehmen, auch über ihren ursprünglichen Anteil hinaus. Vor allen Dingen soll dabei Menschen geholfen werden, die aus dem Mittelmeer gerettet worden sind.

„Zurzeit werden allerdings die städtischen Quoten, die die Selm bei der Aufnahme von Flüchtlingen erfüllen soll, nicht erreicht“, sagt Malte Woesmann. 128 weitere Flüchtlinge seien noch aufzunehmen, um die Quote zu erfüllen. „Die Kapazitäten in den städtischen Übergangsheimen sind für diese Zahlen gerade noch ausreichend.“ Die Kinder und Jugendlichen würden dann im Rahmen der Jugendhilfe betreut und in Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen untergebracht.

Olfen könnte weitere Aufnahmen leisten

Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann macht sich ebenfalls

Gedanken über die aktuelle Situation in Griechenland. „Für die Menschen und damit auch den Kindern in den Flüchtlingslagern in Griechenland sollten wir schnell und unbürokratisch Hilfe leisten und finanzielle Mittel bereitstelle“, sagt er. Aber: „Nur die Kinder aufzunehmen, löst nicht die dortigen Probleme.“

Sendermann sieht die Situation an der Grenze als eine, die vom türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan herbeigeführt wurde, „um von den EU-Ländern Unterstützung und mehr Geld zu erzwingen“.

„Natürlich können wir im Bedarfsfall weitere Aufnahmen leisten“, sagt der Olfener Bürgermeister. „Darauf sind wir vorbereitet. Ich bleibe aber dabei, das Asylrecht ist für politisch Verfolgte. Es darf nicht für den Wunsch von Menschen, auch bei uns zu leben, missbraucht werden. Für diese humanitären Notlagen sollten wir aber Hilfen in den Herkunftsländern leisten.“ Zu dem Bündnis Seebrücke äußert er sich nicht direkt.

Die Gemeinde Nordkirchen heißt solche Hilfen grundsätzlich gut, wie Mechtild Kammert, Fachbereichsleiterin Bürgerservice, Familie, Soziales im Nordkirchener Rathaus, auf Anfrage sagt. Das Problem sieht die Gemeinde allerdings, die Aufnahme auf Kinder unter 14 Jahren zu begrenzen - also ohne Begleitung durch Erwachsene.

Mit 40 im Herbst zugewiesenen Flüchtlingen und 30 weiteren, die für dieses Frühjahr angekündigt sind, sei die Gemeinde laut Kammert zurzeit gut ausgelastet und derzeit auf der Suche nach weiteren Unterkünften für die Menschen.

Anm. In einer vorherigen Version dieses Artikels hatten wir geschrieben, dass sich Selm dem Bündnis „Sicherer Hafen“ anschließen möchte. Das ist nicht richtig. Die Stadt schließt sich dem Bündnis nicht an. Erklärt sich aber bereit, junge unbegleitete Flüchtlinge aufzunehmen, wenn die Bundesregierung sich dazu entscheidet - und unterstützt die Aktion in diesem Sinne indirekt.

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