Siegaue-Vergewaltiger wegen Brandstiftung vor Gericht

Wegen der Vergewaltigung einer Camperin in der Siegaue sitzt der Täter im Gefängnis. Dort soll er seine Zelle angezündet haben. Deshalb ist er nun wegen schwerer Brandstiftung angeklagt.

15.03.2020, 09:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Prozess gegen Siegaue-Vergewaltiger. Foto: Henning Kaiser/dpa/Archivbild

Prozess gegen Siegaue-Vergewaltiger. Foto: Henning Kaiser/dpa/Archivbild

Der sogenannte Siegaue-Vergewaltiger steht von Dienstag an erneut vor Gericht: Dieses Mal geht es unter anderem um schwere Brandstiftung. Der rechtskräftig verurteilte Vergewaltiger einer jungen Camperin soll in seiner Gefängniszelle in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Köln Feuer gelegt haben. Ein JVA-Beamter und ein Mitgefangener erlitten Rauchvergiftungen, er selbst wurde schwer verletzt. Für den Prozess hat das Kölner Landgericht nach Angaben eines Sprechers vier Verhandlungstage bis zum 26. März angesetzt.

Laut Anklage soll der Mann im Februar 2018 nachts absichtlich seine Matratze angezündet haben. Das Bett und ein Tisch gingen in Flammen auf. Ein JVA-Beamter entdeckte den Brand und zog den auf dem Boden liegenden Häftling aus der Zelle in den Flur.

Außerdem wirft die Staatsanwaltschaft dem heute 33-Jährigen Bedrohung vor. Er soll in zwei Fällen JVA-Mitarbeitern mit dem Tod gedroht haben.

Das Bonner Landgericht hatte den abgelehnten Asylbewerber aus Ghana 2018 in einem Revisionsprozess zu zehn Jahren Haft wegen besonders schwerer Vergewaltigung und räuberischer Erpressung verurteilt. Laut Urteil hatte er 2017 ein junges Paar aus Süddeutschland überfallen, das in der Siegaue bei Bonn zeltete. Er durchschlug die Zeltplane, bedrohte die Opfer mit einer Astsäge und forderte Geld. Dann zwang er die Frau nach draußen und vergewaltigte sie.

Die Tat hatte überregional für Entsetzen gesorgt. Der Angeklagte hatte die Tat bestritten und war in der Hauptverhandlung zeitweise aggressiv aufgetreten.

In einem ersten Prozess hatte das Bonner Landgericht ihn zu einer Freiheitsstrafe von elfeinhalb Jahren verurteilt. Nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) dieses Urteil teilweise aufgehoben hatte, wurde die Strafe in einem zweiten Prozess auf zehn Jahre gesenkt. Dagegen legte der Angeklagte erneut Revision ein, die der BGH jedoch als unbegründet verwarf.

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