Sexueller Missbrauch: Mädchen berichteten von schrecklichen Ferien in Lünen

dzOnkel vor Gericht

Ein Ehepaar aus Lünen soll gemeinsam zwei Nichten sexuell missbraucht haben. Die Mutter der Kinder erhob am Donnerstag vor Gericht schwere Vorwürfe gegen ihren Halbbruder.

Lünen

, 05.06.2020, 07:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Lüner Ehepaar muss sich vor der 31. Strafkammer des Dortmunder Landgerichts verantworten. Diese Richter sind zuständig für alle Fälle, bei denen es um Straftaten von Kindern und Jugendlichen oder an Kindern geht. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, in den Sommerferien 2018 zwei Töchter einer Halbschwester des Mannes sexuell missbraucht zu haben.

Mutter der Kinder sagt aus

Eben diese Halbschwester hat seit Bekanntwerden der Vorwürfe vollständig mit ihrer Familie gebrochen. Als die 37-Jährige am Donnerstag für ihre Zeugenaussage in den Gerichtssaal kam, würdigte sie die beiden Angeklagten keines Blickes. Dann begann sie zu erzählen.

Ihre heute zwölf und 13 Jahre alten Töchter hätten die kompletten Sommerferien 2018 bei dem angeklagten Ehepaar verbracht, sagte sie. „Ich musste meinen Schulabschluss nachholen und hatte deshalb viel Stress“, so die Zeugin. Sie sei deshalb froh gewesen, dass ihr Halbbruder und seine Frau das Angebot machten, die Kinder für sechs Wochen bei sich aufzunehmen.

Gutes Verhältnis zum Angeklagten

Auch ihre Töchter hätten sich auf die besonderen Sommerferien gefreut. Bis zu diesem Tag hätten sie nämlich immer ein gutes Verhältnis zu ihrem Onkel gehabt. Auch im Anschluss an den Aufenthalt bei den Angeklagten sollen die Kinder zunächst nichts erzählt haben. An Weihnachten und Silvester sei ihr zwar aufgefallen, dass die Mädchen auffallend viel Abstand zu ihrem Onkel hielten. „Ich konnte mir das aber nicht erklären und habe dann auch nicht mehr darüber nachgedacht.“

Als es dann jedoch im März 2019 dazu kam, dass die Geburtstagsfeiern der Kinder geplant werden mussten, hätten die Mädchen herumgedruckst und schließlich gesagt, dass sie diesen Onkel zum Geburtstag lieber nicht sehen würden. Auf Nachfrage der Zeugin sollen die Mädchen dann ihre Erlebnisse in den Ferien geschildert haben.

Nackt in der Wohnung

„Sie sagten, mein Halbbruder sei ständig nackt durch die Wohnung gelaufen und habe sich oft an ihren Körpern gerieben“, sagte die 37-Jährige den Richtern. In der Badewanne seien sie dazu aufgefordert worden, die Beine zu spreizen. Und auch bei weiteren Gelegenheiten sei der Angeklagte übergriffig geworden.

Die Zeugin ist natürlich fest davon überzeugt, dass ihre Kinder die Wahrheit sagen. Entsprechend ungehalten habe sie deshalb reagiert, als ihre Mutter die Mädchen bei einem späteren Familienfest als Lügnerinnen bezeichnet habe, sagte sie am Donnerstag. „Seitdem habe ich keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter“, so die 37-Jährige. Und natürlich sei auch ein Verhältnis zu dem Angeklagten nicht mehr vorhanden.

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