Serie von Angriffen auf Kinder: 25-Jähriger vor Gericht

Prozess

Wochenlang hatte die Polizei nach einem Unbekannten gesucht, der es in Düsseldorf auf kleine Mädchen abgesehen hatte. Nun steht ein 25-Jähriger vor Gericht. Ihm droht Sicherungsverwahrung.

Düsseldorf

16.03.2020, 15:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am Montag (16. März) hat nach einer Serie von Übergriffen auf kleine Mädchen der Prozess gegen einen 25-jährigen Mann begonnen. Dem Angeklagten wird vollendeter und versuchter Kindesmissbrauch vorgeworfen.

Am Montag (16. März) hat nach einer Serie von Übergriffen auf kleine Mädchen der Prozess gegen einen 25-jährigen Mann begonnen. Dem Angeklagten wird vollendeter und versuchter Kindesmissbrauch vorgeworfen. © picture alliance/dpa

Nach einer Serie von Angriffen auf kleine Mädchen in Düsseldorf steht seit Montag ein 25-Jähriger vor Gericht. Noch vor Verlesung der Anklage, die ihm versuchten und vollendeten Kindesmissbrauch vorwirft, schloss die Strafkammer unter Vorsitz von Richter Rainer Drees die Öffentlichkeit aus. Dem Angeklagten droht Sicherungsverwahrung. Darauf hat das Gericht nach Angaben einer Sprecherin den Angeklagten bereits hingewiesen.

Die Übergriffe auf kleine Mädchen hatten die Düsseldorfer Polizei wochenlang in Alarmbereitschaft versetzt. Der 25-jährige Deutsche soll für vier Vorfälle verantwortlich sein, bei denen Kinder in der Innenstadt in sexueller Absicht bedrängt und in Hausflure gedrückt wurden.

Das Schlimmste konnte in allen Fällen verhindert werden

In einem Fall soll er sogar ein neunjähriges Mädchen in der Wohnung seiner Mutter überfallen und ihr T-Shirt hochgezogen haben. Weil die Kinder sich vehement wehrten oder Erwachsene rechtzeitig eingreifen konnten, war das Schlimmste in allen Fällen vermutlich verhindert worden.

Der Angeklagte hatte zunächst seine Unschuld beteuert, dann aber ein Suchtproblem für sein Verhalten verantwortlich gemacht. Sein Verteidiger Lars Horst kündigte am Montag eine Aussage seines Mandanten hinter verschlossenen Türen an. Große Bedeutung soll dem psychiatrischen Gutachten zukommen. Das Gericht hat die renommierte Psychiaterin Nahlah Saimeh damit betraut.

Die Serie von Übergriffen endete, als der Arbeitslose eine Zehnjährige, die ihren Hausschlüssel vergessen hatte, ansprach. Eine Nachbarin, die dies beobachtete, hatte die Polizei gerufen. Der Mann war festgenommen worden.

Mit Großaufgebot betroffenen Bereich wochenlang observiert

Eine Speichelprobe im Landeskriminalamt ergab dann, dass an mindestens zwei früheren Tatorten die DNA des Gesuchten sichergestellt worden war. Die Neunjährige, die er in der Wohnung überfallen hatte, hatte ihn zudem wiedererkannt.

Weil die ersten Taten immer freitags in einem bestimmten Stadtteil stattfanden, hatte ein Großaufgebot ziviler Polizeikräfte diesen Bereich wochenlang observiert. Der Verdächtige, der in der Nähe des Polizeipräsidiums wohnte, hatte sein Verhalten aber geändert: Fortan schlug er an anderen Wochentagen in anderen Stadtteilen zu. Das Landgericht hat für den Fall sieben Verhandlungstage eingeplant.

dpa

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