Seniorenberater fühlen sich von Corona und der Polizei ausgebremst

dzFalsche Polizisten

Nach zwei Trickbetrügereien an Seniorinnen meldet sich die Gruppe „Senioren helfen Senioren“ zu Wort. Die Corona-Pandemie bremst sie. Allerdings fühlt sie sich auch von der Polizei ausgebremst.

Werne

, 22.07.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehrfach gaben sich in diesem Monat Betrüger als falsche Polizisten aus. Ihr Ziel: Senioren in Werne abzuzocken. Zwei Mal ist ihnen das gelungen. Sie brachten ältere Wernerinnen dazu, ihnen Bargeld jeweils im fünfstelligen Bereich sowie in einem Falle zudem Schmuck auszuhändigen. Genau über solche Machenschaften berät die Gruppe „Senioren helfen Senioren“ (ShS).

„Allerdings liegt unsere Beratungstätigkeit seit der Corona-Pandemie leider brach“, sagt Berater Bernhard Boshammer, vielen Werner als früherer Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Werne bekannt. Umso erstaunter war er, dass die Polizei kurzfristig nach den beiden Betrügereien am Freitag, 17. Juli 2020, mit zwei Beamten auf dem Wochenmarkt Aufklärungsarbeit leistete. Boshammer: „Die Polizei hätte uns doch informieren können.“ Man sei gerne bereit gewesen, mitzuhelfen.

150 Seniorenberater im gesamten Kreis Unna

Solche ShS-Gruppen existieren im gesamten Kreis Unna. „Dort gibt es insgesamt rund 150 Seniorenberater“, sagt Boshammer. In Werne bestehe die Gruppe aus fünf Leuten. „Wir gehen dahin, wo die Zielgruppe lebt“, sagt er. In Senioreneinrichtungen wie die Panhoff-Stiftung oder in Altenstuben. Um dort vor Ort Aufklärungsarbeit zu leisten.

Die letzte solcher persönlichen Beratungen habe im Herbst 2019 stattgefunden. Als ShS im Frühjahr 2020 wieder aktiv beraten wollte, grätschte die Corona-Pandemie dazwischen. Doch nicht nur in Senioreneinrichtungen klären die Berater über die üblen Maschen der Trickbetrüger auf. „Seit etwa Mitte 2018 haben wir in Werne an den verschiedenen Stellen unseren Infostand aufgebaut und auf die Anrufe falscher Polizeibeamter und auf den Enkeltrick hingewiesen“, sagt Boshammer.

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Die Seniorenberater seien gut für diese Beratungs-Tätigkeit geschult. Eine einwöchige Schulung pro Jahr sei für jedes Mitglied obligatorisch. Zudem kämen im unregelmäßigen Abstand Infoveranstaltungen hinzu. Alles für das Ziel, Senioren über die miesen Tricks der Betrüger aufzuklären.

Infomaterial zu falschen Polizisten liegt in Werne aus

Stichwort Aufklärung: Wenn im Moment auch Beratung durch Personen ausgesetzt sind, findet sich doch an verschiedenen Stellen in Werne Infomaterial. Bernhard Boshammer: „In allen Arztpraxen haben wir ein Din-A4-Blatt ausgelegt mit dem Titel ‚Präventionshinweise für Bürgerinnen und Bürger - Falsche Polizeibeamte am Telefon‘.“ Das beinhalte ausführliche Tipps, wie man reagieren sollte.

Außerdem sind diese Tipps in kurzer, geraffter Form auf einer Postkarten zu finden, die an vielen Stellen in der Lippestadt ausliegt. Etwa im Stadthaus, im Solebad, in der Bücherei sowie weiteren Einrichtungen. Tenor „Auflegen ist nicht unhöflich“.

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Tipps gegen miese Tricks der falschen Polizisten von den Seniorenberatern:
  • Werden Sie nach Geld gefragt - auflegen;
  • Werden Sie nach Wertsachen gefragt - auflegen
  • Werden Sie zu Verschwiegenheit aufgefordert - auflegen
  • Sollen Sie mit der Telefonnummer 110 verbunden werden - auflegen.
  • Immer selbst auflegen und selbst die 110 (Notruf der Polizei) wählen.
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