„Hurensohn“ - Selmer (24) wollte Hilfe, aber beleidigte Beamten

Gerichtsverhandlung

Er benötigte Hilfe, wählte den Polizeinotruf und landete bei der Polizeiwache in Unna. Doch sein Anliegen äußerte der Selmer (24) auf spezielle Art. Er beleidigte den Beamten am anderen Ende.

von Sylvia Mönnig

Selm, Unna

, 08.07.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Selmer wollte Hilfe - beleidigte aber den Beamten am anderen Ende der Leitung.

Ein Selmer wollte Hilfe - beleidigte aber den Beamten am anderen Ende der Leitung. © picture alliance / Sophia Weimer

Am frühen Morgen des 9. Dezember eskalierte eine familiäre Krise und ein 24-jähriger Selmer griff zum Telefon. Ob Übersprunghandlung oder Frust – er vergriff sich deutlich im Ton, äußerte: „Hurensohn, komm schnell hier hin. Hurensohn. Hurensohn.“ Den Worten folgten eine Strafanzeige wegen Beleidigung und kurz darauf ein Strafbefehl. Er sollte 1200 Euro Geldstrafe bezahlen und legte dagegen Einspruch ein.

Selmer entschuldigte sich

Leugnen wollte er das Ganze nun vor dem Amtsgericht Unna jedoch nicht. „Das ist irgendwie aus dem Affekt heraus gekommen“, stotterte der Selmer. Warum, das wisse er selbst nicht. In der Situation sei alles drunter und drüber gegangen.

„Ich brauchte eigentlich Ihre Hilfe. Es tut mir leid“, erklärte er dem betroffenen Polizisten – und der nahm die Entschuldigung an. Außerdem beschränkte der Angeklagte seinen Einspruch gegen den Strafbefehl auf die Frage der Höhe. In Anbetracht seiner finanziell beengten Situation hatte der Richter ein Einsehen mit dem verlegenen Mann auf der Anklagebank. Die Geldstrafe wurde auf 400 Euro reduziert.

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