Jetzt „Tafel to go“: Küche für Bedürftige hat Coronakrise überwunden

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Coronakrise ade: Die Schwerter Tafel kocht wieder. Aber immer wieder fehlen Zutaten, die nicht bei den gespendeten Lebensmitteln sind. Doch daran soll der Außer-Haus-Verzehr nicht scheitern.

Schwerte

, 03.08.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es wird wieder geschnippelt, gebrutzelt und Kaffee gekocht in dem Fachwerkhäuschen an der Ostenstraße. Die Küche in der Schwerter Tafel bleibt nicht mehr länger kalt. Die vielen Schwierigkeiten, die die Corona-Krise der Einrichtung in den Weg legte, sind überwunden.

Die von den Stammkunden vermissten Mahlzeiten sind zurück. Nur auf das Gemeinschaftserlebnis, das Schwätzchen beim Essen, muss vorerst noch verzichtet werden.

Mittagstisch gibt es derzeit nur für außer Haus

„Wir haben ein Mittagsangebot außer Haus und auch ein Frühstücksangebot“, sagt Peter Höck, Standortleiter des Tafel-Trägers, der Signal gGmbH. Zwischen 30 und 40 Portionen „Tafel to go“ werden jeweils ausgegeben.

Das beliebte Restaurant muss noch geschlossen bleiben, weil die Räumlichkeiten in dem Altbau einfach zu eng sind, um die geforderten Mindestabstände bei einer größeren Besucherzahl gewährleisten zu können.

Den 1000-Euro-Scheck der Aktion "Ergste und wir" übergaben (v.l.) Kai Hillebrand (Die Gestalter), Katharina Kritzler (Bestattungshaus Bornemann/Kritzler), Sarah Jil Niklas (Die Gestalter), Egon Schrezenmaier (Kältetechnik Schrezenmaier) und Hans-Georg Rehage (Ergste und wir) an Peter Höck, den Standortleiter der Schwerter Tafel.

Den 1000-Euro-Scheck der Aktion „Ergste und wir" übergaben (v.l.) Kai Hillebrand (Die Gestalter), Katharina Kritzler (Bestattungshaus Bornemann/Kritzler), Sarah Jil Niklas (Die Gestalter), Egon Schrezenmaier (Kältetechnik Schrezenmaier) und Hans-Georg Rehage (Ergste und wir) an Peter Höck, den Standortleiter der Schwerter Tafel. © Reinhard Schmitz

Auch ein weiteres Problem ist gelöst: In der Küche musste eine neue Mannschaft aufgebaut werden, nachdem das Land die Förderung der früheren Produktionsschule eingestellt hatte, in der junge Menschen auf eine Berufsausbildung in der Gastronomie vorbereitet werden sollten.

Deshalb setzt Peter Höck jetzt wieder auf die Maßnahme „Arbeitsgelegenheit“ (AGH) der Arbeitsagentur. „Das sind Ein-Euro-Jobber“, erläutert er. Maximal zwölf Personen können auf diese Weise in der Tafel beschäftigt werden. Für ihre Anleitung konnte als Koch der Küchenmeister Hendrik Voscort gewonnen werden.

Initiative „Ergste und wir“ überraschte mit 1000-Euro-Scheck

Auch die Lebensmittelausgabe läuft wieder normal. Im eigenen Kühllager auf der Binnerheide werden dafür Kisten vorgepackt und in der Tafel auf mehreren Tischen verteilt, die den erforderlichen Mindestabstand gewährleisten. Dort können die Tafelkunden dann auswählen. Jeweils drei bis vier Personen werden in den Raum eingelassen. Der Mitarbeiter an der Eingangskontrolle ist mit Plexiglasscheiben geschützt.

Ganz neu in der Schwerter Tafel ist das Angebot von „Salvos Bäckerei", in der ein italienischer Mitarbeiter Brötchen, Brot und Kuchen zubereitet.

Ganz neu in der Schwerter Tafel ist das Angebot von „Salvos Bäckerei", in der ein italienischer Mitarbeiter Brötchen, Brot und Kuchen zubereitet. © Reinhard Schmitz

Am Dienstagmorgen stand keine Kundenschaft vor der Tür von Peter Höck, sondern eine Abordnung der Initiative „Ergste und wir“ mit einem 1000-Euro-Scheck. Außerdem hatte Kältetechnik-Unternehmer Egon Schrezenmaier einen Kühlschrank gespendet. „Damit habe ich wirklich nicht gerechnet“, sagte der Tafel-Leiter überrascht und erfreut zugleich.

Mit dem Geld könnten Lebensmittel eingekauft werden, die gerade in den Spendenkisten aus den Geschäften nicht dabei, aber als Zutaten für die Mahlzeiten unverzichtbar sind. Außerdem gibt es natürlich laufende Kosten wie Gebäude-Unterhaltung oder Sprit und Versicherung für die Fahrzeuge.

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