Schwerter City: So viele Läden stehen leer – das wird aus Alt Schwerte

dzForum Innenstadt

Wie viele Geschäfte in Schwerte stehen tatsächlich leer? Was wird aus Alt Schwerte und City Center und wie kann man der City helfen? Antworten dazu gab es beim Zukunftsforum Innenstadt.

Schwerte

, 24.01.2020, 12:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 200 Gäste konnte Stadtmarketing-Chef Michael Kersting beim Forum Zukunft Innenstadt in der Rohrmeisterei begrüßen. Darunter waren Händler, Immobilienbesitzer, Verwaltungsmitarbeiter und Ratspolitiker, aber auch Anwohner, Kulturschaffende und Investoren.

Zwei Vorträge gab es, ein Grußwort vom Bürgermeister, viele Zahlen und vor allem den Aufruf auch für die Fußgängerzone eine Immobilien- und Standortgemeinschaft zu gründen. Welche Fragen wurden geklärt?

So viele Geschäfte stehen derzeit leer

Stadtmarketing-Manager Michael Kersting hatte Daten zur Fußgängerzone zusammengetragen. Die Leerstandsquote über die gesamte Stadt betrachtet, alo wie viel Quadratmeter Verkaufsfläche stehen derzeit leer, beträt 11,5 Prozent oder 8900 Quadratmeter.

In der Fußgängerzone gibt es aktuell elf Leerstände, allerdings beträgt die ungenutzte Verkaufsfläche dort gerade mal 1000 Quadratmeter. Zwei Geschäfte haben in jüngerer Vergangenheit in der Mährstraße neu eröffnet, ein Geschäft ist in ein anderes Ladenlokal umgezogen.

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Das sagen die großen Filialisten zu Schwerte

Das Stadtmarketing habe seit April sowohl extern wie auch intern Filialisten befragt, ob sie sich für Schwerte interessieren könnten, erläuterte Kersting. Das Ergebnis war eher ernüchternd. Die, die tatsächlich expandieren und in ein Mittelzentrum gehen würden, das derart nah an Dortmund, Unna und Hagen liegt, ist ohnehin schon gering.

Doch die, die sich für Schwerte interessieren, suchen große Ladenlokale. Die hat Schwerte nur im City-Center zu bieten und da will niemand rein. Beispiele fügte Kersting an: Jeans Fritz habe Interesse, die angebotenen Läden seien aber zu klein. NKD fand kein passendes Ladenlokal. Kochlöffel suchte ein Ladenlokal mit gastronomischer Vornutzung und auch Hunkemöller hätte gerne ein größeres Ladenlokal.

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So sieht es mit den Mieten an der Hüsingstraße aus

Dazu kommt noch ein Schwerter Problem: Die Mieten, die derzeit angemessen wären, hat die IHK in einem Gewerbemietspiegel zusammen gefasst. Zwischen 15 und 18 Euro pro Quadratmeter in Toplage seinen angemessen. „Es gibt Immobilienbesitzer, die verlangen deutlich mehr“, so Kersting. Das sei aber im Markt nicht durchzusetzen, die Folge Leerstände.

Was kann man gegen diesen Trend tun?

Die Mieten müssen neuen Händlern eine Chance lassen. Die Innenstadt muss insgesamt aufgewertet werden, zum Beispiel durch ein Beleuchtungskonzept, neue Möblierung oder ein Programm zur Sanierung der Fassaden.

„Die Innenstädte werden künftig nicht nur vom Handel geprägt sein“, betont Jens Nussbaum, von der Beraterfirma Stadt und Handel. Er riet den Schwertern mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen.

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Was wird aus Alt-Schwerte und dem City-Center?

Dem stehen in Schwerte zwei Immobilien entgegen, deren zunehmender Verfall oder Abwärtstrend schwer am Image kratzen. „Mit den Besitzern der Immobilie Alt-Schwerte sind wir wieder im Gespräch“, erklärte der städtische Dezernent Christian Vöcks.

Man habe gemeinsam Skizzen entwickelt, die man Investoren zeigen könne. Denn eines sei klar, die Immobilie sei mittlerweile so verfallen, dass man sie nicht mehr halten könne. Das eröffne aber auch Chancen, hier jene große Ladenfläche zu schaffen, die dringend benötigt werde.

Und auch mit dem Besitzer des größten Teil des City-Centers sei man im Gespräch.

Kann man noch weitere Fördermittel für die Stadt bekommen

Am Ende müssten aber auch Handel und Immobilienbesitzer mit der Stadt gemeinsam an einem Strang ziehen. Und auch finanziell sich beteiligen. Denn die großen Fördersummen aus dem Integrierten Handlungskonzept Innenstadt seien bereits geflossen.

Das Projekt befinde sich in seiner Endphase. Neue Ideen müssten über andere Töpfe gefördert werden, so Vöcks. Eine Chance bietet die Gründung einer Immobilien- und Standortgemeinschaft. Das bedeutet, Immobilienbesitzer und Händler zahlen ein einen Topf ein. Das Land legt dann entsprechende Fördermittel drauf.

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