„Schwerte liest“: Mark Twains Werke und prominente Unterstützung

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Dreimal in der Woche kommen Literaturfreunde zum Lesefenster am Wuckenhof. Die Nachfrage ist bisher eher gering. Dabei hat man mit Tocotronic und Max Raabe schon prominente Unterstützung.

Schwerte

, 09.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kulturveranstaltungen sind in Schwerte seit Corona rar gesät. Mit „Schwerte liest“ schwebt eine Veranstaltungsreihe des Kulturbüros seit Beginn bisher unter dem Radar der meisten Schwerter.

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Andrea Reinecke organisiert das Lesefenster

Lesung mit anschließender Diskussion

Dreimal in der Woche, montags, mittwochs und freitags, kommen Literaturfreunde um 18 Uhr zum „Lesefenster auf den Wuckenhof in der Altstadt. Bei jeder Lesung wird den Menschen vor dem Kulturbüro aus einem Fenster ein Kapitel aus Mark Twains „Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn“ vorgelesen. Im Anschluss wird über Inhalt und Kontext diskutiert.

Gestartet ist das Projekt als Tom Sawyer-Ferienprogramm Anfang Juli. „Die Kinder haben zusammen Zäune gemalt, gelesen und auch versucht eigene Geschichten zu schreiben.“, berichtet Initiatorin Andrea Reineke vom Kulturbüro. „Das ganze war eine Art Testlauf für unsere jetzige Aktion von Schwerte liest.“

Daraus habe sich mittlerweile das generationen-übergreifende Lesefenster entwickelt. Kinder können Erwachsenen etwas vorlesen oder auch andersherum. Auch der stellvertretende Bürgermeister Jürgen Paul ist schon als Vorleser in Erscheinung getreten. Radiomoderator Lothar Baltrusch habe dem Kulturbüro sogar eigenhändig ein Lesepult aus altem Holz gebaut, dass sich perfekt auf die Fensterbank stellen lässt.

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Der Andrang hält sich in Grenzen

Der Andrang halte sich bisher allerdings in Grenzen, was auch an Corona läge. „Die maximale Teilnehmerzahl lag bisher bei zwölf Leuten. Meistens kommen ausschließlich Erwachsene.“, so Reineke. Das läge mutmaßlich auch daran, dass manche Eltern Mark Twains Literatur für nicht kindgerecht hielten.

Dabei stehe gerade Mark Twains Literatur für generationen-übergreifende Themen wie die „wilde Kindheit“ und eine Abkehr von verkomplizierter Sprache.

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Ein anderer Grund für die Wahl von Mark Twains Werken als Hauptliteratur vom Lesefenster ist die gute Verknüpfung mit anderen Kulturschaffenden. So haben zum Beispiel die Hamburger Band „Tocotronic“ und der Sänger Max Raabe jeweils ihre Musikvideos mit eigenen Versionen der Abenteurer von Tom Sawyer dem Schwerter Kulturbüro zur Verfügung gestellt.

Auch die neueste Aktion macht Andrea Reineke stolz: „Das internationale Literaturfestival ‚Berlin liest‘ hat Schwerte auf seiner Internetseite als Vorort von Berlin auf seiner Website verknüpft.“ Neben den eigentlichen Berliner Stadtteilen finde man als Berliner Vororte lediglich eine kalabresische Stadt und Schwerte. „So werden wir auch in der literarischen Welt als Standort wahrgenommen.“

Finale im März auf dem Wuckenhof

Ende dieser Saison ist für „Schwerte liest“ sei Ende März. Bis dahin sei allerdings noch einiges geplant. Und es soll auch nicht mehr nur um Mark Twain gehen, auch andere Themen rücken in den Fokus. Am Mittwoch, 10. September, werden beispielsweise die 30 Artikel der Menschenrechte gelesen und diskutiert - vorgelesen unter anderem von Bürgermeister Dimitrios Axourgos.

Das große Finale wird dann Ende März rund um den Wuckenhof stattfinden.

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Zur nächsten Saison von „Schwerte liest“ soll der Rahmen des Projektes größer werden. Im Mittelpunkt soll das Thema Veränderung der Sprache stehen. „Thematisch wollen wir im nächsten Jahr bei Mark Twain anschließen. Sprache soll wie bei Twain einfach und verständlich sein ohne plump zu wirken.“ Mehr will Andrea Reineke aber noch nicht verraten.

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