Schwarze Besucher abgewiesen - Facebook-Post sorgt für Konsequenzen

Rassismus

Drei Männern mit schwarzer Hautfarbe wollen auf ein Festival, doch der Türsteher lässt sie nicht rein. Einer der Männer sorgt jetzt mit einem Facebook-Post für Konsequenzen.

Selm

20.07.2020, 18:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Victor Ocansey steht mit seinen Söhnen Vincent (l) und Leroy in der Nähe des „Coconut Beach“-Geländes. Nach einem anscheinend rassistischen Vorfall bei einem Open-Air-Festival in Münster ist einem Türsteher gekündigt worden. Er hatte dem schwarzen Polizeibeamten, der privat mit seinen beiden Söhnen unterwegs war, den Einlass verwehrt. Foto: Victor Ocansey/dpa

Victor Ocansey steht mit seinen Söhnen Vincent (l) und Leroy in der Nähe des „Coconut Beach“-Geländes. Nach einem anscheinend rassistischen Vorfall bei einem Open-Air-Festival in Münster ist einem Türsteher gekündigt worden. Er hatte dem schwarzen Polizeibeamten, der privat mit seinen beiden Söhnen unterwegs war, den Einlass verwehrt. Foto: Victor Ocansey/dpa © picture alliance/dpa

Nach einem anscheinend rassistischen Vorfall bei einem Open-Air-Festival in Münster ist einem Türsteher gekündigt worden. Er hatte einem schwarzen Polizeibeamten, der privat mit seinen beiden Söhnen unterwegs war, den Einlass verwehrt.

„Der oder die Türsteher, die euch offensichtlich nur abgewiesen haben, weil ihr eine andere Hautfarbe als die Weiße habt, wird/werden nie wieder an unserer Tür stehen“, schrieb der Geschäftsführer des Clubs, auf dessen Gelände das DJ-Festival stattgefunden hat, bei Facebook an die betroffene Familie. Auch der Party-Veranstalter teilte am Montag mit, dem Sicherheitsdienst-Mitarbeiter sofort gekündigt zu haben und entschuldigte sich. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet.

Abgewiesener macht das Geschehen öffentlich

Öffentlich gemacht hat das Geschehen der abgewiesene Vater selbst: Victor Ocansey ist Polizeibeamter des Landes NRW und gleichzeitig Pressesprecher bei einer Landesoberbehörde. In einem inzwischen mehr als tausend Mal geteilten und hundertfach kommentierten Post schildert er, wie der Familie der Einlass verweigert wurde.

Es sei ihnen erklärt worden, dass es mit ihnen nicht passe und sie das Geld der bereits erworbenen Tickets zurückbekämen. Er habe zunächst an einen Scherz geglaubt, beschrieb Ocansey, habe aber dann die demütigende Situation realisieren müssen. „Wir wurden zwar nicht vom Platz gejagt, aber es hat sich so angefühlt“, sagte Ocansey am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Veranstaltende Agentur distanzierte sich von pauschalen Rassismus-Vorwürfen

Die veranstaltende Agentur distanzierte sich am Montag von pauschalen Rassismus-Vorwürfen. Als Veranstalter habe man stets ein breites, buntes und kulturell vielfältiges Publikum gehabt. Deutlicher wurde der Betreiber des „Coconut Beach“-Geländes, an dessen Eingang sich der Vorfall abgespielt hatte: „Nichts liegt mir persönlich ferner als Rassismus und kaum etwas widert mich mehr an als selbiger“, schrieb der Geschäftsführer bei Facebook.

Immer wieder erkläre man jedem Sicherheitsunternehmen, „dass Hautfarbe, egal welche, niemals ein Kriterium für den Einlass darstellen darf“. Er freue sich, dass die Situation ernst genommen werde, sagte Ocansey. „Aber ich weiß eben auch, dass ein Vorfall wie dieser kein Einzelfall ist“, fügte er hinzu. „Meine Söhne berichten mir regelmäßig davon, abgewiesen zu werden. Sie suchen sich ihre Ausgeh-Location danach aus, wo sie die größte Wahrscheinlichkeit haben, überhaupt reinzukommen.“

dpa

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Coronavirus
Coronavirus in NRW – Verschärfte Corona-Verordnung: Bußgelder, Masken, Pflichttest – Liveblog