Schulveranstaltungen abgesagt, Türklinken desinfiziert: Gesamtschule reagiert auf Corona

dzGesamtschule Gänsewinkel

Schüleraustausch? Große Abendveranstaltungen? Daran ist nicht zu denken in der Gesamtschule am Gänsewinkel. Rektor Jürgen Priggemeier über aktuelle Corona-Maßnahmen und weitere Sorgen.

Schwerte

, 13.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie geht es weiter? Welche Teile des Schulalltags können aufrecht erhalten werden und wie lange? Welche neuen Anordnungen gibt es schon vom Land NRW? Welche können kommen?

Es sind viele Fragen, mit denen sich Schulleiter befassen müssen, seitdem es im Land Priorität hat, das Coronavirus einzudämmen. Auch Jürgen Priggemeier, Chef der Gesamtschule am Gänsewinkel, stellt sich diese Fragen.

Italiener sagten ab, keine Fahrt nach England

Viele Entscheidungen haben er und seine Kollegen schon selbst getroffen, andere wurden ihnen abgenommen. „Den Austausch mit Italien haben die Italiener schon vor 14 Tagen abgesagt“, erklärt Priggemeier. In der vergangenen Woche habe er dann die Fahrt nach England abgesagt.

Seit dieser Woche ist nun klar: Alle Klassenfahrten in ganz NRW bis zu den Osterferien müssen entfallen. Das betrifft auch die Paris-Fahrt derjenigen, die Französisch lernen am Gänsewinkel und für die bald das Abitur ansteht.

Ebenfalls auf der Kippe: der Austausch mit der chinesischen Partnerschule im Herbst 2020. Bereits in der vergangenen Woche fanden Gespräche der Schulleitung mit den Eltern statt.

Bis Oktober ist es zwar noch etwas hin, und die Entwicklung der Epidemie ist weder für China noch für Deutschland vorhersehbar, doch da die Reise zum Beispiel wegen der Flugtickets nicht billig wird, will man natürlich früh Entscheidungen treffen.

Kein „Kessel Buntes“ am 18. März

Der nächste Punkt: die Absage von Veranstaltungen, auch von solchen, die eigentlich Höhepunkte im Schulalltag sind. Etwa der „Kessel Buntes“, der für Mittwoch, 18. März, geplant war und bei dem viele Schüler ihr musikalisches oder anderweitig künstlerisches Talent gezeigt hätten. Oder die Feier „23 Jahre Schule ohne Rassismus“, die am Donnerstag, 19. März, stattgefunden hätte.

„Wir machen, was in unserer Kraft steht“, unterstreicht Priggemeier. Etwa den Schülern zu sagen: Bitte, wascht euch ausgiebig die Hände. Haltet Abstand. Niest niemanden an.

Doch es geht darüber hinaus. Desinfektionsmittel stehe bereit. Der Hausmeister sei angewiesen, die Klinken damit zu putzen. Kleine Aktionen also mit hoffentlich großem Effekt an einer Schule mit knapp 1000 Schülern.

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Was, wenn eine Anordnung zur Schulschließung kommt?

Denn Priggemeier weiß auch, dass größere Anordnungen kommen könnten: die generellen Schließung der Schulen beispielsweise. Noch gibt es dazu keinen offiziellen Erlass. Aber Priggemeier weiß auch: Ganz unwahrscheinlich ist das Szenario nicht.

Und in dem Fall würde es weitergehen zu neuen Fragen: Wie lange bleibt die Schule zu? Was passiert mit den Schülern, was mit dem Unterrichtsstoff, was mit den Abiturvorbereitungen und Prüfungen?

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