Schulschließungen: Dutzende Eltern und Lehrer protestieren

Dutzende Lehrer und Eltern mit ihren Kindern haben am Donnerstag vor dem privaten Tönnies-Anwesen, einem Werk des Schlachtbetriebs sowie einer Kirche in Rheda-Wiedenbrück protestiert. Dabei hatten sie Schilder mit Aufdrucken wie „Stoppt die Ausbeute bei Tönnies“ bei sich. Protest-Teilnehmerin Melanie Beforth sagte: „Bildung ist offenbar nicht so wichtig wie ein Stück Fleisch zu essen.“ Es gehe ihr aber nicht darum, auf die Arbeiter bei Tönnies zu zeigen, die nicht die Schuld trügen. Sie wolle zeigen, dass die Familien an der Grenze ihrer Leistungskapazität seien. Nach dem Corona-Ausbruch bei Deutschlands größtem Schlachtbetrieb Tönnies waren vorsichtshalber Schulen und Kindergärten im Kreis Gütersloh geschlossen worden.

18.06.2020, 15:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

Auch Volker Brüggenjürgen von der Caritas Gütersloh war unter den Demonstrierenden. „Wir kritisieren seit Jahren die Arbeits- und Wohnbedingungen bei Tönnies“, so der Vorstandsvorsitzende. „Das System Tönnies gefährdet den sozialen Zusammenhalt.“

Von Tönnies heißt es, man habe Verständnis für den Unmut. „Ich habe mit den Leuten vor dem Werk gesprochen und mich entschuldigt“, sagte ein Pressesprecher von Tönnies. „Wir tun alles, um das Virus wieder loszuwerden, so dass die Schulen und Kitas nach den Sommerferien wieder regulär starten können.“

Weitere Meldungen