Schüsse auf Polizisten: Angeklagter vor Gericht

Hagener Staatsanwaltschaft

Erst sah alles nach einer Routine-Verkehrskontrolle aus. Doch dann eskalierte die Situation und der Autofahrer schoss auf die Polizei. Jetzt beschäftigt der Fall das Hagener Schwurgericht

Hagen

, 13.01.2021, 19:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Angeklagte nimmt mit Krücken neben seinem Verteidiger Andreas Trode im Landgericht Platz. Nach einem Schusswechsel mit mehreren Polizisten wird dem 37-jähriger Mann unter anderem mehrfachen versuchten Mord vorgeworfen.

Der Angeklagte nimmt mit Krücken neben seinem Verteidiger Andreas Trode im Landgericht Platz. Nach einem Schusswechsel mit mehreren Polizisten wird dem 37-jähriger Mann unter anderem mehrfachen versuchten Mord vorgeworfen. © picture alliance/dpa

Die Hagener Staatsanwaltschaft wirft einem 37-jährigen Mann aus Ennepetal versuchten Mord und zahlreiche weitere Delikte vor. Im Rahmen einer Routine-Verkehrskontrolle in Gevelsberg soll er am späten Abend des 5. Mai plötzlich ausgerastet sein und mit einer scharfen Schusswaffe auf zwei Polizisten gefeuert haben.

Ein 28-jähriger Beamter wurde auf Höhe der Milz in den linken Oberkörper getroffen. Zum Glück drang das Projektil jedoch nicht ein. Der Polizist trug im Einsatz eine schusssichere Weste, die ihm letztendlich das Leben rettete.

Ein Foto der Tatwaffe liegt vor dem Beginn des Prozesses auf einem Tisch im Landgericht.

Ein Foto der Tatwaffe liegt vor dem Beginn des Prozesses auf einem Tisch im Landgericht. © picture alliance/dpa

Angeklagte flüchtete mit seinem Auto

Der dramatische Vorfall war mit diesem Schuss aber noch lange nicht beendet. Nachdem der Angeklagte auch auf den zweiten Beamten geschossen haben soll, flüchtete er laut Anklage zunächst mit seinem Auto. Weit soll er allerdings nicht gekommen sein. Der Mast eines Verkehrsschilds bremste das Fahrzeug unsanft aus.

Erst knapp vier Stunden später gelang es der Polizei schließlich, den Angeklagten in einem Hinterhof festzunehmen. Zuvor soll der 37-Jährige auch noch auf einen der Zugriffs-Beamten geschossen haben. In der Anklageschrift wird der Name des Spezialpolizisten bewusst verschwiegen. Dort heißt er nur „Der Beamte mit der Einsatznummer 55.“

Jetzt droht lebenslange Haft für den Angeklagten

Zu Prozessbeginn vor dem Hagener Schwurgericht wollte sich der Angeklagte am Mittwoch noch nicht zu den Vorwürfen äußern. Er verbüßt zurzeit eine frühere Verurteilung wegen Drogenhandels. Im aktuellen Prozess muss er unter Umständen sogar mit lebenslanger Haft rechnen.

von

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Wochenbilanz
Zahl der Neuinfektionen sinkt auf besten Wert seit Oktober – aber eine Zahl macht Sorgen