Schüler sind zurück: Kaum Probleme, aber wie sinnvoll ist das alles?

dzGrundschulen in Schwerte

Alle Grundschüler sitzen wieder gemeinsam im Unterricht. An der Lenningskampschule gab es am Montag keine Probleme. Wer aber denkt, dass es wie vor dem Corona-Lockdown läuft, irrt gewaltig.

Schwerte

, 15.06.2020, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schulklingel hat Martin Krämer schon ausschalten lassen. „Das geht nicht, die würde ja gefühlt rund um die Uhr schellen“, so der Schulleiter. Einen einheitlichen Stundenplan gibt es an der Lenningskampschule nicht mehr – es gibt jeweils zwei verschiedene Start- und Schlusszeiten und vier verschiedene Pausenzeiten.

Für die eine Hälfte der Schülerschaft beginnt die Schule um 8 Uhr, alle anderen kommen um 8.15 Uhr. Die ersten und zweiten Jahrgänge haben dann vier Schulstunden, die Älteren fünf. Und zwischendurch dürfen sie sich natürlich auch auf dem Hof nicht begegnen. Was im Umkehrschluss heißt: verschiedene Pausenzeiten für alle Klassen, eine große Pause für die Kleinen, zwei große Pausen für die Großen.

Und um in Sachen Kontaktbeschränkungen vollständig auf Nummer sicher zu gehen, verteilt man die 247 Schüler auf drei unterschiedliche Schulhöfe. Und zwar im Wechsel, „im rollierenden System, damit jeder Schüler mal auf die schöne Wiese darf und auch jeder mal unseren betonierten Innenschulhof nutzen muss. Da sprechen sich die Jahrgänge untereinander ab“, erklärt Krämer.

Schüler sollen sich nicht begegnen - in der Praxis sieht das anders aus

Zwei verschiedene Eingänge gibt es jetzt an der Lenningskampschule. Den Altbau nutzen die Klassen der ersten und zweiten Stufe. Jahrgänge drei und vier werden im Neubau unterrichtet. „Wir haben für jeden Gebäudetrakt ein Eingangssystem entwickelt“, so Krämer.

„Viele Fragen können wir selbst nicht beantworten. Es sind nun mal Anordnungen aus dem Ministerium, die uns auch nicht immer gefallen.“
Martin Krämer, Leiter der Lenningskampgrundschule

Heißt: Verschiedene Schilder zeigen den Schülern, wo sie sich aufstellen müssen. Für jede Klasse gibt es eine eigene Reihe. „Die sind immer im Wechsel zwischen jüngerer und älterer Jahrgangsstufe. Und weil beispielsweise die Drittklässler um 8 Uhr, und die Viertklässler um 8.15 Uhr beginnen, begegnen sie sich vor der Schule nicht.“

Theoretisch natürlich. Denn in der Realität werden manche Schüler auch schon früher von ihren Eltern an der Lenningskampschule abgeliefert.

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„Bisher hat aber alles gut geklappt, wir hatten keine Probleme“, fasst Krämer den ersten Schultag im Regelbetrieb zusammen. Natürlich gibt es immer Kinder, die noch nicht richtig wissen, wohin sie müssen. Aber das hat sich sicherlich nach wenigen Tagen gelegt.“

Maske auf oder nicht? Und warum? Kinder haben viele Fragen

Und wie reagieren die Kinder sonst, jetzt wo sie plötzlich wieder mit all ihren Freunden in einem Raum sitzen dürfen? „Die Umstellung funktioniert. Natürlich ist es verwirrend. Sie waren wochenlang gar nicht in der Schule, dann nur für einen oder zwei Tage und im getrennten Klassenverbund. Und jetzt ist scheinbar alles beim alten.“

Was viele von ihnen noch nicht verstehen – so die Einschätzung des Schulleiters: Wann muss die Maske jetzt getragen werden und wann nicht? Und warum ist das so? „Viele Fragen können wir selbst nicht beantworten. Es sind nun mal Anordnungen aus dem Ministerium, die uns auch nicht immer gefallen.“ Aber schließlich seien es nur zehn Tage, sagt Krämer. Da müsse man jetzt durch.

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Nicht alle Schüler sind am Montag in die Lenningskampschule zurückgekehrt. 13 Abmeldungen gab es im Vorfeld – von Eltern, denen der Re-Start noch zu riskant für das eigene Kind ist. Und auch alle übrigen Eltern seien sehr verhalten, weil die Situation noch so unübersichtlich ist. „Wirklich begeistert ist da niemand“, so der Schulleiter.

Krämer weiß, dass er auch personell großes Glück hat. Denn nur eine Kollegin gehört zur Risiko-Gruppe und darf nicht unterrichten. Für alle anderen läuft der Unterricht wie gewohnt weiter. Nur das, was außerhalb der Schulstunde passiert – damit müssen sich Schulleitung, Lehrer und Schüler noch arrangieren.

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