Schließungen im Einzelhandel: Verband fordert schnelle Hilfe

Die seit Mittwoch gültigen verschärften Verordnungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie bedrohen die Existenz zahlreicher Einzelhändler. Der Handelsverband NRW fordert deshalb von der Politik schnelle Beschlüsse für Nothilfen, sonst käme es in kürzester Zeit zu einer Welle von Insolvenzen.

18.03.2020, 17:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die seit Mittwoch auch für den Einzelhandel gültigen verschärften Verordnungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie bedrohen nach Einschätzung des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen zahlreiche Unternehmen und Händler. „Ich habe die große Befürchtung, dass wir die vielfältige Handelslandschaft ohne Notfallfonds nicht wiedererkennen werden“, sagte der Geschäftsführer Handelsverbandes NRW, Peter Achten, der Deutschen Presse-Agentur. Achten forderte von der Politik schnelle Beschlüsse, um drastische finanzielle Folgen für den Wirtschaftszweig abzufedern.

Alle Geschäfte, die keine Relevanz für den täglichen Bedarf haben, dürfen nach den verschärften Bestimmungen vorerst nicht öffnen. Achten nannte als Beispiel die Textilbranche. Die Lager seien voll, die Artikel müssten bezahlt werden, es finde aber kein Umschlag statt. „Aus einem prognostizierten guten Jahresergebnis von einer Million Euro werden bei nur einem Monat Schließung fünf Millionen Euro Verlust“, sagte Achten, der sich auf das Fallbeispiel eines größeren mittelständischen Unternehmens bezog.

Laut Achten müsse kurzfristig zur Schonung der Liquidität der Unternehmen zum Beispiel die Stundung der Steuervorauszahlungen, Krankenkassenbeiträge und Sozialabgaben veranlasst werden. „Ich befürchte, dass wir ohne Nothilfen 20 Prozent der Unternehmen in die Insolvenz schicken müssen“, sagte Achten.

Die sonst meist starkbesuchten Einkaufszonen- und -zentren im bevölkerungsreichsten Bundesland waren am Mittwoch gering frequentiert. Deutlich sichtbar wurde dies unter anderem in den Rheinmetropolen Köln und Düsseldorf. In den Kölner Einkaufsmeilen Schildergasse und Hohe Straße nahe dem Dom war bei Temperaturen bis fast 20 Grad kaum Publikumsverkehr. Ein ähnliches Bild bot sich an der Düsseldorfer Königsallee, an der Geschäfte und Restaurants dicht gemacht hatten. Auch das Centro in Oberhausen, eines der größten Einkaufszentren in Europa mit über 250 Geschäften, blieb weitestgehend geschlossen.

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