Schleuser-Razzia: Polizei durchsucht Wohnungen in mehreren NRW-Städten

Kriminalität

Die Polizei ist an mehreren Orten gegen Schleuserkriminalität vorgegangen. Unter anderem in verschiedenen Städten in Nordrhein-Westfalen, in Berlin - und Schweden.

Berlin

24.06.2020, 08:35 Uhr / Lesedauer: 1 min
Polizisten stehen bei einer Razzia vor einem Hauseingang. (Archivfoto).

Polizisten stehen bei einer Razzia vor einem Hauseingang. (Archivfoto). © picture alliance/dpa

Mit einer Razzia ist die Bundespolizei am Mittwochmorgen unter anderem in Berlin gegen Schleuserkriminalität vorgegangen. Ein Haftbefehl gegen einen 38-jährigen Albaner sei vollstreckt worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Mittwochmorgen.

Die Beamten entdeckten demnach „eine ganze Reihe an Urkunden“, darunter Reisepässe und ID-Karten, die nun überprüft werden. „In ersten Fällen haben wir schon klar erkannt, dass es sich um gefälschte Dokumente handelt“, sagte der Sprecher.

Großes Polizei-Aufgebot

170 Beamte durchsuchten seit 6 Uhr elf Objekte, vor allem Wohnungen - unter anderem im Wedding und Schöneberg. Aber auch eine gastronomische Einrichtung sei darunter. Die Polizisten seien bei den Durchsuchungen außerdem auf acht vermutlich Geschleuste in Wohnungen gestoßen.

Zu weiteren Durchsuchungen kam es derweil in Nordrhein-Westfalen und auch Schweden. Die Polizei widmete sich dabei einer mutmaßlichen internationalen Bande von Menschenschleusern.

Sie soll Iraner mit erschlichenen Visa von Teheran über Istanbul nach Deutschland geschleust haben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Insgesamt seien mehr als 230 Bundes- und Landespolizisten im Einsatz gewesen.

Acht Verdächtige

Durchsucht wurden 15 Wohnungen und Geschäftsräume in Kleve, Oberhausen, Krefeld, im hessischen Gießen und in Freiburg (Baden-Württemberg) sowie durch die schwedische Polizei in einer Wohnung in Schweden. Verdächtig seien sechs Iraner, ein Niederländer und ein Schwede. Zwei Hauptbeschuldigte wurden verhaftet.

Umfangreiches Beweismaterial in Form von Mobiltelefonen, Datenträgern und Unterlagen wurde sichergestellt. In Kleve wurde eine Flüchtlingsunterkunft Ziel der Maßnahmen. Der Einsatz sei mit einem Hubschrauber der Bundespolizei aus der Luft abgesichert worden.

Verdacht geschöpft hatten die Behörden bereits im September 2018, als sich am Flughafen Niederrhein in Weeze ein Iraner mit einem verfälschten niederländischen Reisepass auswies. Der Vorfall hatte langwierige Ermittlungen ins Rollen gebracht.

RND/dpa

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