Schleswig-Holstein öffnet sich für Ex-Risikogebiet Gütersloh

Aufatmen im Raum Gütersloh: Urlauber von dort dürfen wieder ohne weiteres in das Land zwischen den Meeren. Schleswig-Holstein hat seine Bestimmungen für Corona-Risikogebiete flexibilisiert.

10.07.2020, 16:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Reisende aus dem ehemaligen Corona-Risikogebiet Kreis Gütersloh dürfen von Samstag an auch ohne einen negativen Test und ohne Quarantäneverpflichtung nach Schleswig-Holstein kommen. Dies ergibt sich aus einer Änderung der Quarantäneverordnung, wie die Landesregierung am Freitag mitteilte. Hintergrund: Auch nachdem der von massenhaften Infektionen beim Fleischverarbeiter Tönnies betroffene Kreis in Nordrhein-Westfalen offiziell nicht mehr als Corona-Risikogebiet galt, konnten Reisende von dort zunächst nicht ohne weiteres nach Schleswig-Holstein kommen.

Wer sich in dem Kreis in der Zeit aufhielt, in der dieser als Risikogebiet eingestuft war, durfte bisher weiterhin nur mit negativem Testergebnis in das nördlichste Bundesland einreisen oder musste unverzüglich in Quarantäne. Erst 14 Tage nach dem letztmaligen Aufenthalt in einem Risikogebiet griff die Vorschrift nicht mehr. Im Kreis Gütersloh war die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen zuletzt deutlich unter den Grenzwert von 50 je 100 000 Einwohner gesunken. Nunmehr hat Schleswig-Holstein seinen Umgang mit Einreisenden aus Risikogebieten flexibilisiert.

Wegen der bisherigen Restriktionen hatte Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer von den Ministerpräsidenten der Küstenländer Schleswig-Holstein und Niedersachsen die Aufhebung der Reisebeschränkungen gefordert. Die Menschen aus dem Kreis hätten „die Ausgrenzung und Stigmatisierung satt“, schrieb er. Auch Niedersachsen hebt die Einschränkungen für Übernachtungsgäste aus dem Kreis Gütersloh am Samstag auf.

Nicht in allen Fällen sei eine Quarantäne für Bürger gerechtfertigt, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb von 14 Tagen vor Einreise nach Schleswig-Holstein in einem Risikogebiet in Deutschland aufgehalten haben, erläuterte die Landesregierung in Kiel. So könne vorher anhand des Datenverlaufs festgestellt werden, dass es keine weitere Ausbreitung im jeweiligen Gebiet gegeben habe. Demzufolge könne dann auch ein kürzerer Zeitraum für eine Quarantänepflicht ausreichen. Zudem dürften Grundrechtseingriffe nicht unnötig lange vorgenommen werden.

Das Gesundheitsministerium könne nunmehr nach einer Risikoeinschätzung die Zeitspanne vor der Einreise verkürzen, hieß es weiter. So könnten Personen, die mit größerem zeitlichen Abstand vor der Einreise in einem Risikogebiet waren, ohne Nachweise eines negativen Tests nach Schleswig-Holstein einreisen. Das Gesundheitsministerium konkretisierte auch Vorgaben zum Umgang mit Corona-Tests.

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