Schlaganfall: Schwerter (72) sucht die Menschen, die sein Leben retteten

dzWer hat den Notarzt gerufen?

Siegfried Bömer wollte nur kurz einkaufen. Dann riss ihn ein Schlaganfall vom Fahrrad. Wer hat für ihn den Krankenwagen gerufen? Wer sind die Menschen, die vermutlich sein Leben retteten?

Schwerte

, 16.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eigentlich war es ein Tag wie jeder andere – doch dann ging plötzlich alles ganz schnell. Siegfried Bömer fiel vom Fahrrad und blieb liegen. Wenige Minuten später war der Krankenwagen da und brachte ihn ins Dortmunder Klinikum auf die Intensivstation. Die Diagnose: Schlaganfall.

Heute – rund zwei Wochen später – ist Bömer wieder auf den Beinen und sucht nach den aufmerksamen Helfern, die in diesen entscheidenden Momenten so schnell reagiert haben, dass sie wahrscheinlich sein Leben retteten.

Aber von vorne: Für Siegfried Bömer war es eigentlich ein ganz normaler Freitag. Fürs Essen wollte der 72-Jährige noch schnell etwas einkaufen, schwang sich auf sein Fahrrad und fuhr von der Röntgenstraße zum Rewe an der Margot-Röttger-Rath-Straße. Bei knapp 30 Grad in der Mittagshitze. Ohne Handy.

„Ich war mit einer Bekannten zuhause, wir haben in Ruhe einen Kaffee getrunken. Ich dachte ja, er käme bald wieder“, erinnert sich seine Frau Marianne Haverland an den 31. Juli.

Zwei oder drei Menschen müssen geholfen und den Notarzt gerufen haben

Aber ihr Mann kam nicht wieder. An der Einfahrt zum Parkplatz kommt der Schwäche-Moment, der Schwerter fällt vom Fahrrad und bleibt dort in den Büschen liegen. Siegfried Bömer kann sich nur noch verschwommen daran erinnern, dass man ihm geholfen hat.

Jetzt lesen

Zwei bis drei Menschen seien das gewesen, ungefähr in seinem Alter, die dann Krankenwagen und Notarzt alarmiert haben. Erklären kann er das nur schwer. Körperlich merkt man ihm zwar kaum etwas an, doch der Schlaganfall hat sein Sprachzentrum nachhaltig beschädigt. Also schildert seine Frau, was an diesem Freitag passiert ist.

„Wir wissen, dass es deutlich schlimmer hätte kommen können. Er könnte auch hier liegen und ich müsste ihn füttern und waschen“, sagt Marianne Haverland. „Aber es geht ihm gut – weil ihm so schnell geholfen wurde. Er kann laufen, kann sich bewegen, hat nur Hemmungen mit der Sprachfindung.“

Sechs Stunden Ungewissheit für die Ehefrau

Auch für sie war der Tag „ein absoluter Horror“ – denn Marianne Haverland saß am Nachmittag immer noch zuhause und wartete darauf, dass ihr Mann auf seinem Fahrrad wieder in der Straße auftauchte. „Gegen 16.30 Uhr habe ich das erste Mal die Polizei eingeschaltet. Dann habe ich in allen umliegenden Krankenhäusern angerufen.“ Erst gegen 19.30 Uhr kam dann der aufklärende Anruf aus dem Dortmunder Klinikum.

„Zuerst dachte ich noch, er hätte vielleicht einen Bekannten getroffen – aber so lange bleibt ja niemand weg. Schon gar nicht bei der Hitze“, beschreibt sie ihre Gedanken an dem Nachmittag. Sie selbst hätte gar nicht gewusst, wo sie suchen sollte. „Er hätte ja auch irgendwo im Graben liegen können.“

Jetzt lesen

Umso mehr Glück im Unglück – so sagt Marianne Haverland – habe ihr Mann gehabt, dass ihn der Schlaganfall an einem öffentlichen Ort mit vielen Menschen in der Nähe ereilt habe. Und genau bei diesen Menschen wolle sich das Ehepaar jetzt bedanken, am liebsten sogar persönlich. „Wir sind so froh, dass es ihm schon so gut geht – weil so schnell der Krankenwagen gerufen wurde und die Menschen genau wussten, was zu tun ist!“

Siegfried Bömer will schnell wieder fit sein. Schließlich wollen er und seine Frau noch viele Jahre mit dem Wohnmobil durch Europa reisen. In Spanien, Norwegen, England, da sei man überall schon gewesen. „Aber wir haben noch viel vor und hoffen, dass es bald wieder möglich ist“, sagt Marianne Haverland. Und das habe man dann auch den aufmerksamen Menschen auf dem Rewe-Parkplatz zu verdanken.

Waren Sie vor Ort? Wer hat den Notarzt gerufen?

Siegfried Bömer und Marianne Haverland suchen dringend nach diesen Personen. Wer an diesem 31. Juli gegen 13 Uhr den Vorfall auf dem Rewe-Parkplatz an der Margot-Röttger-Rath-Straße beobachtet hat, wer die Helfer kennt oder vielleicht sogar selbst geholfen hat: Melden Sie sich in der Redaktion der Ruhr Nachrichten unter 02304 910245. Wir stellen den Kontakt her.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Kinderbetreuung in Schwerte
Kinderhaus Rasselbande eröffnet: So sieht es in Schwertes neuer Kita aus
Hellweger Anzeiger Naturschutzgebiet Schwerte-Ergste
Zurück zur Natur: Bald stehen wieder Kühe im Naturschutzgebiet Schwerte-Ergste
Hellweger Anzeiger Baugebiete in Schwerte
Schwerterin rechnet vor: Jedes Baugebiet mehr in der Stadt heizt das Klima an
Hellweger Anzeiger Wirtschaft in Schwerte
Warum steht dieses große Zelt auf dem Parkplatz des Toom-Baumarktes in Schwerte?