Schausteller fordern vom Land: Kirmessen wieder öffnen

Schausteller aus Nordrhein-Westfalen haben die Landesregierung aufgefordert, nach monatelangem coronabedingtem Verbot wieder Jahrmärkte zu erlauben. „Die Kirmessen müssen wieder aufmachen“, sagte Burkhardt Unrau vom Schaustellerverein Bergisch Gladbach am Samstag bei einem Treffen mit NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Die Märkte könnten „mit Corona-Vorsichtsmaßnahmen und ohne Saufgelage“ stattfinden.

08.08.2020, 14:41 Uhr / Lesedauer: 1 min

Reul sagte, die Kirmes-Tradition sei ein „wertvolles Kulturgut“, das durch die Corona-Pandemie derzeit leider nicht stattfinden könne. „Die Schausteller benötigen daher unsere Solidarität.“ Jetzt komme es darauf an, dass sie möglichst schnell wieder ihre Karussells und Buden öffnen dürften. „Das geht nur, wenn wir uns alle an die Regeln halten und die Infektionszahlen zurückgehen.“

Unrau warnte, dass das Kulturgut Kirmes verloren zu gehen drohe, wenn die Schausteller bei noch längeren Schließungen ihr Gewerbe aufgeben müssten. Auch provisorische Kirmessen im kleinen Stil könnten die Lage nicht verbessern. „Kirmes ist nicht, dass irgendwo ein Riesenrad oder eine Mandelbude steht“, sagte er. Das könne nicht die Zukunft sein und helfe nur wenigen Schaustellern. Es gehe um die Existenz vieler kleiner Jahrmärkte, wo oft nur ein Autoscooter, ein Kinderkarussell, eine Schießbude, ein Süßigkeitenwagen und ein Ausschank stünden.

Auch der Rettungsschirm der Bundesregierung mit komplizierten Kreditregeln helfe den Schaustellern nicht weiter, sagte Unrau. Sie brauchten Soforthilfe, „um Essen und Trinken bezahlen zu können“.

Reul sowie der CDU-Politiker und Ur-Gladbacher Wolfgang Bosbach waren zu der Info-Veranstaltung des Schaustellervereins gekommen. Seit 178 Jahren findet in Bergisch Gladbach immer im August die viertägige Laurentiuskirmes statt. Wegen der Corona-Pandemie fällt diese wie Hunderte weitere Jahrmärkte in NRW und bundesweit aus.

Weitere Meldungen