Scharfe Kritik von Ruhrbischof Overbeck am Vatikan

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat die Instruktion des Vatikans zur Organisation der Pfarreien scharf kritisiert. „Es befremdet mich sehr, dass ein solches Dokument ohne Vorankündigung und Berücksichtigung der tatsächlichen Situation in den jeweiligen Ortskirchen veröffentlicht wird“, teilte der Essener Bischof am Donnerstag mit. Auf die vielen Menschen, die sich aus tiefstem Herzen für die Zukunft der katholischen Kirche einsetzten, wirke ein solches Dokument irritierend und verletzend, weil es keinerlei Interesse und Verständnis für die Situation vor Ort zeige.

23.07.2020, 17:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck. Foto: Caroline Seidel/dpa/Archivbild

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck. Foto: Caroline Seidel/dpa/Archivbild

Die Instruktion verbietet die Leitung von Pfarrgemeinden durch ein gleichgestelltes Team von Priestern und Nicht-Klerikern. Außerdem wird die Zusammenlegung von Gemeinden außer in Ausnahmefällen untersagt.

Overbeck betonte dagegen, zu den laufenden Erneuerungsprozessen gebe es überhaupt keine Alternative. „Das, was das Dokument einfordert, ist faktisch gar nicht zu realisieren, weil es die Priester gar nicht mehr gibt, die allein zahlenmäßig benötigt würden, um all den Vorgaben zu entsprechen“, sagte Overbeck. Die Instruktion war zuvor bereits von mehreren anderen Bischöfen zurückgewiesen worden.

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