Union Berlin besiegelt Abstieg von Schlusslicht Paderborn

Der SC Paderborn steigt direkt wieder aus der Bundesliga ab. Mit-Aufsteiger Union Berlin gewinnt das direkte Duell und darf ein weiteres Jahr im Oberhaus bleiben. Das Siegtor der Eisernen erzielt ein gebürtiger Berliner in Diensten von Paderborn.

16.06.2020, 22:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Spieler wehrten sich tapfer, Trainer Steffen Baumgart schrie und gestikulierte bis zum bitteren Ende, doch sein Herzensverein besiegelte den erneuten Abstieg des SC Paderborn nach nur einem Jahr. Die Ostwestfalen kassierten am Dienstag beim Mitaufsteiger 1. FC Union Berlin eine 0:1 (0:1)-Niederlage und stehen damit am 32. Spieltag der Fußball-Bundesliga bereits als erster Absteiger fest. Die Eisernen dürfen indes jubeln: Sie machten vorzeitig den Verbleib im Oberhaus perfekt. Die Entscheidung fiel durch ein Eigentor des ehemaligen Unioners Ben Zolinski (27. Minute).

Jedes Spiel sollte noch ein Feuerwerk werden, hatte Baumgart angekündigt. Entsprechend engagiert trieb der 48-Jährige seine Mannschaft auch von der Linie aus an. Fünf Umstellungen hatte er vorgenommen im Vergleich zum 1:5 gegen den SV Werder Bremen. Verstecken wollten sie sich nicht, allerdings wurde auch schnell deutlich, wie der 1. FC Union für Klarheit sorgen wollte: Die Mannschaft von Trainer Urs Fischer attackierte in den ersten Minuten ganz vorn, wirkte extrem bissig und entschlossen.

Seit fünf Heimspielen warteten die Eisernen auf einen Sieg. Die Gäste konnten zuletzt immerhin dreimal nacheinander ein Remis erzielen, mussten aber nach gut einer Minute das erste Mal durchatmen. Aus bester Position - sprich wenigen Metern vorm Tor - traf Unions Sebastian Andersson den Ball nicht richtig. Zu schwach war auch Grischa Prömels Versuch in der achten Minuten, wirklich geprüft wurde Paderborns Keeper bei einem Doppelversuch von Ken Reichel (13.).

Die Paderborner gaben, was sie konnten. Allerdings stand die Mannschaft von 32 Spieltagen auch nicht umsonst nur drei - zu Beginn - nicht auf dem Relegations- oder einem Abstiegsplatz. Gehörig Glück hatten sie in der 24. Minute, als Marius Bülter mit einem Kopfball nur den Pfosten traf, während aus dem Wald um das Kultstadion in Köpenick wieder zarte Fangesänge zu vernehmen waren. Schon beim Heimspiel zuvor gegen den FC Schalke 04 hatten sich etwa 30 Fans versammelt und das Team angefeuert, dabei aber die Auflagen in Corona-Zeiten eingehalten.

Kurze Zeit später wäre das Stadion unter normalen Umständen zu einer Stimmungsexplosion gekommen: Nach einem Freistoß von Kapitän Christopher Trimmel und seiner zwölften Torvorbereitung per Standardsituation landete der Ball im Netz - unfreiwillig verlängert von Zolinski.

Baumgart musste erstmal einen Schluck Wasser trinken und sah gut zehn Minuten später die erste Chance seiner Mannschaft: der eingewechselte Mohamend Dräger traf aber nur das Außennetz. Ansonsten verbuchten weiter die Berliner die besseren Möglichkeiten, insbesondere Andersson (43.).

Sie nicht genutzt zu haben, hätte sich fast gerächt. Paderborn machte Druck, Union konnte sich nach dem Seitenwechsel nur selten befreien. In der 58. Minute musste Trimmel in höchster Not klären, bei der anschließenden Ecke kam Sebastian Vasiliadis frei zum Kopfball. Keeper Rafael Gikiewicz parierte.

Die Partie wurde ruppiger, nach einem Zusammenprall im Fünfmeterraum mussten der Union-Keeper und Paderborns Dräger behandelt werden. In der Drangphase der Gäste hatten Robert Andrich und Andersson die Entscheidung auf dem Fuß: Andrich erste traf nur den Pfosten, Andersson setzte den Nachschuss neben das Tor. Ein Zitterspiel bis zum Abpfiff mit einem Happy End nur für Union.

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