Saison-Fortsetzung gefordert: „Ansonsten wird es dramatisch“

Für Hans-Joachim Watzke ist es eine ökonomische Notwendigkeit, die aufgrund der Corona-Epidemie unterbrochene Saison in der Fußball-Bundesliga zu Ende zu spielen. „Ansonsten wird es finanziell für zu viele Vereine so dramatisch, dass sich Dinge im Fußball verändern werden, an die man jetzt nicht einmal denken mag. Und wenn uns die Behörden grünes Licht geben, dass diese Spiele im ganz kleinen Kreis erlaubt werden, dann werden wir die Möglichkeit nutzen, unsere Arbeit zu machen“, sagt der Geschäftsführer am Mittwoch in einem „11freunde“-Interview.

18.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer Borussia Dortmund, bei einem Pressetermin. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer Borussia Dortmund, bei einem Pressetermin. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Angesichts der Aussicht auf weitere Geisterspiele müssten alle Beteiligten jedoch erhebliche Unterschiede in Kauf nehmen. „Die Meisterschaft hat dieses Jahr emotional sicherlich am Ende einen anderen Wert als sämtliche Titel vorher. Die Schale wird weder der Menge am Borsigplatz gezeigt noch auf dem Marienplatz oder sonstwo.“ Doch nur bei einer Fortsetzung der Saison könnten laut Watzke die „über 60 000 Arbeitsplätze“ im Profifußball geschützt werden.

Personelle Einschnitte im eigenen Unternehmen seien vorerst nicht geplant. „Wir denken aktuell nicht im Ansatz an so etwas wie betriebsbedingte Kündigungen“, sagte der 60-Jährige mit Verweis auf die solide Finanzsituation des Revierclubs. „Als weitsichtig hat sich erwiesen, dass wir unsere Kreditlinie schon früh sehr erweitert haben, so dass wir - auch in der jetzigen Situation, in der mehrere Erlöse auf der Kippe stehen - kein Liquiditätsproblem haben werden.“

Auf die Frage, wie lange der BVB ohne Einnahmen auskommen könnte antwortete Watzke: „Einige Monate würden wir auskommen, wenn in den nächsten Monaten nicht ein Cent dem BVB-Konto gutgeschrieben werden würde.“

In der Diskussion über einen Solidarfonds zur Unterstützung der von den Ausnahmeausfällen finanziellen bedrohten Clubs bezog er erneut Stellung. „Solidarfonds klingt ja erstmal gut, aber man müsste sich ansehen, wie ein solcher Fonds dann aufgebaut wäre. Das darf natürlich nicht dazu führen, dass Clubs, die in den vergangenen Jahren sportlich und ökonomisch viele Fehler gemacht haben, am Ende davon profitieren.“

Für ähnliche Aussagen am Sonntag im ARD-Fernsehen war Watzke kritisiert worden. Er stellte aber klar, dass er einen Solidarfonds nicht kategorisch ablehnt: „Wenn es aber unverschuldet durch diese nicht vorhersehbare Ausnahmesituation geschehen ist, dann wird Borussia Dortmund sicher nicht unsolidarisch sein.“

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