Rund 100 Bäume müssen gefällt werden: Pilzkrankheit birgt auch Gefahr für Menschen in Selm

dzBaumfällungen

Der trockene Sommer hat den Selmer Bäumen stark zugesetzt. An der Alten Zechenbahn müssen Bäume gefällt werden. Sie sind von einer Krankheit befallen, die auch für Menschen gefährlich ist.

Selm

, 08.03.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ich habe was zum Thema Bäume zu sagen. Und das ist nichts Gutes“, sagt Stephan Schwager von der Selmer Verwaltung am Dienstag im Umweltausschuss. Konkret geht es um rund 100 Bergahorn-Bäume, die mit der Rußrindenkrankheit befallen seien.

Dabei handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die sich durch Blattverlust, Schleim am Stamm und auch das Absterben des Blätter bemerkbar macht. Auf befallene Bäume in Deutschland sei man erstmals 2005 aufmerksam geworden, wie das Fachmagazin für Förster, Forstpraxis schreibt. Der Pilz trete besonders in Jahren auf, die sehr trocken waren und in denen für die Bäume Wassermangel geherrscht habe.

Pilz birgt auch Gefahr für Menschen

Die befallenen Bäume befinden sich entlang der Alten Zechenbahn von der Straße „Am Kreuzkamp“ bis zum Industriegebiet Bork, wie Stadtsprecher Malte Woesmann auf Anfrage mitteilt. Vor etwa zwei Wochen sei der Pilzbefall während der turnusmäßigen Baumpflege und Kontrolle der Baumbestände aufgefallen.

Der Pilzbefall sei auch für den Menschen nicht ganz ungefährlich, sagte Stephan Schwager am Dienstag. Tatsächlich - so das Magazin Forstpraxis - könnte das Einatmen der Pilzsporen eine Entzündung der Lungenbläschen hervorrufen. Symptome wie Reizhusten, Fieber oder auch Atemnot seien möglich.

Deshalb, so Schwager, sollten die rund 100 Bäume auch schnellstmöglich gefällt werden. Wegen der aktuellen Witterungslage habe man zwar vom Kreis eine „kleine Galgenfrist“ erhalten, aber die Fällungen stünden bald an. Auch eine Entsorgungsmöglichkeit in einer Holzverbrennungsanlage sei bereits gefunden.

Erst 20 Bäume am Zechenbusch gefällt

Erst in der vergangenen Woche hatten die Fällarbeiten am Zechenbusch in Selm begonnen. Insgesamt 20 Buchen und Eschen sollten dort gefällt werden. Auch ihnen hatte die Trockenheit und Hitze des vergangenen Sommers stark zugesetzt, wie Forstwirt Clemens Cramer unserer Redaktion berichtet hatte. Die Bäume jedenfalls befanden sich allesamt im Zustand „absterbend.“

Anschuldigungen dass in Selm aber ständig die Bäume fielen, während parallel neue Bauprojekte die Stadt in Beton versinken ließen, findet Bürgermeister Mario Löhr unangebracht. Man dürfe nicht vergessen, dass Selm zu den Städten mit der größten Waldfläche im Kreis gehöre, sagte er am Dienstag. Tatsächlich rangiert Selm laut Kreis Unna beim Waldanteil auf Platz 3 mit 15,7 Prozent. Werne kommt auf 16,3 Prozent, mit 25 Prozent führt Schwerte.

Zudem kündigte Mario Löhr an, dass er gemeinsam mit Klima-Managerin Julia Schmidt auch über Möglichkeiten der Aufforstung spräche. Was das konkret bedeutet, erklärt Stadtsprecher Malte Woesmann: „Aktuell erfolgt die Ermittlung der in Frage kommenden Flächen“, sagt er.

Auf dieser Basis würden geeignete Flächen festgesetzt und ein Kostenrahmen für die Umwandlung ermittelt. „Diese Ergebnisse werden anschließend der Politik vorgelegt, die über die Umsetzung entscheiden muss“, so Woesmann. Der Zeitrahmen sei noch offen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Jugendzentrum Sunshine
Corona-Krise in Selm: Jugendarbeit läuft zurzeit auf digitalen Kanälen