Ruhr-Uni verzichtet auf Prüfungen an religiösen Feiertagen

Mit einem Verzicht von Prüfungen an religiösen Feiertagen will die Universität in Bochum bundesweit Vorreiter sein. Als nach eigenen Angaben erste Universität in Deutschland hat sich die Ruhr-Universität Bochum (RUB) dazu verpflichtet, Prüfungstermine so festzulegen, dass sie nicht mit religiösem Arbeitsverbot oder hohen Feiertagen kollidieren. Der Beschluss gelte für alle Religionsgemeinschaften, teilte die Hochschule am Mittwoch mit.

15.07.2020, 13:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Menschen gehen über den Campus der Ruhr-Universität. Foto: Henning Kaiser/dpa/Archivbild

Menschen gehen über den Campus der Ruhr-Universität. Foto: Henning Kaiser/dpa/Archivbild

Relevant sei die Regelung damit etwa für orthodoxe Juden aufgrund des Schreibverbots am Schabbat oder für Muslime im Hinblick auf hohe Feiertage wie das Ramadan- oder Opferfest. Die christlichen Feiertage seien ohnehin gesetzlich geschützt. Notfalls müssten für Betroffene zeitnahe Ersatztermine angeboten werden, wenn diese entsprechende Nachweise vorlegten.

Die einstimmig vom Senat beschlossene Resolution zu dem künftigen Vorgehen geht zurück auf eine Veranstaltung mit dem baden-württembergischen Antisemitismusbeauftragten Michael Blume an der RUB Ende 2019. Vor dem Hintergrund zunehmender Diskriminierung von Juden in Deutschland war darüber diskutiert worden, welche Zeichen Universitäten setzen könnten.

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