Rücksichtsloser Autofahrer gefährdet Paar auf dem Autobahnzubringer

dzVerkehrsgefährdung

Drängeln, riskante Überholmanöver und eine plötzliche Vollbremsung: Vor einem Jahr versetzte ein Autofahrer ein Werner Paar auf dem Autobahnzubringer mehrfach in Angst. Nun ging‘s vor Gericht.

von Sylvia Mönnig

Werne

, 30.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den Schreckmomenten dieser riskanten Fahrweise folgte eine Anzeige wegen Straßenverkehrsgefährdung. Dabei ging es um die Frage, wer tatsächlich hinter dem Steuer saß.

Das Paar kehrte am Mittag des 31. Oktober 2019 von einem kurzen Urlaub heim. Die Stimmung war gut – bis der Audi hinten ihnen auf der Nordlippestraße auftauchte. Der Fahrer fuhr dicht auf, versuchte, das erste Mal zu überholen und wäre dabei beinahe mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kollidiert. Im letzten Moment scherte er wieder ein.

Zweiter Anlauf zum Überholen

Nur wenige Sekunden später der zweite Anlauf. Dabei drängte er die andere Fahrerin förmlich nach rechts ab und scherte dann dicht vor ihr ein. Hätte sie nicht auf das Bremspedal getreten, wäre es wohl zum Unfall gekommen. Kurz darauf sah das Paar den Audi erneut und der Ehemann, der auf dem Beifahrersitz saß, zückte das Handy, um Fotos von dem Wagen zu machen.

Dessen Fahrer bemerkte das offenbar und legte daraufhin eine Vollbremsung hin. Zum Glück funktionierten die Reflexe der Frau im Wagen hinter ihm erneut. Sie konnte noch rechtzeitig in die Eisen gehen. Danach verschwand der Audi. Davor überholte er aber noch einen Lkw in einer Kurve.

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Über das Kennzeichen konnte ermittelt werden, dass es sich bei dem Pkw um einen Firmenwagen handelte und es konnte festgestellt werden, welcher Mitarbeiter das Auto üblicherweise fuhr. Bei ihm handelte es sich um einen 30-jährigen Werner.

Vor dem Amtsgericht Lünen wusch der seine Hände aber in Unschuld. An sich wollte er sich gar nicht zu dem Vorwurf äußern, bezog sich vielmehr auf den Inhalt seiner polizeilichen Vernehmung. Dann ließ er durchblicken, dass er an dem Tag gar nicht mit dem Audi unterwegs gewesen sei. Er habe sich auf der Arbeit in Hamm befunden.

Der besagte Wagen wurde öfter verliehen

Den Wagen, das bestätigte ein Vertreter der Firma später, habe er öfter verliehen. Wer damals hinter dem Steuer gesessen habe, das wisse er nicht mehr. Überhaupt: „Die Straße ist für mich ja auch untypisch. Da würde ich ja einen riesen Umweg fahren.“

Das Paar wurde gehört. Während sich die Frau relativ sicher war, den Angeklagten als Fahrer zu erkennen, erklärte ihr Gatte wenig später, der Mann auf der Anklagebank könne es sein. Allerdings sah er auf Bitte des Gerichts auch in den Zuschauerraum und dort fiel sein Blick auf eine andere Person, die seiner Meinung nach ebenso in Frage kam.

Dass es sich dann dabei um den Angeklagten handelte, der zu „Testzwecken“ kurz vor der Befragung den Platz mit einem Besucher tauschte, konnte er nicht ahnen. Damit blieben Zweifel, ob der 30-Jährige tatsächlich der Fahrer war. Er wurde freigesprochen.

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