Rinderhalter beklagen Nachfrageeinbruch in Corona-Krise

Nach zwei Dürrejahren und gestiegenen Futterkosten trifft die Corona-Pandemie laut Verbandsangaben auch die Rinder- und Kälberhalter. Die fehlende Nachfrage aus der Gastronomie treffe die Züchter hart, teilte der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) am Freitag mit. „Kalb- und Rindfleisch wird vor allem zu besonderen Anlässen und auf Reisen zubereitet und konsumiert. Beides findet aktuell nicht statt“, sagte WLV-Präsident Hubertus Beringmeier bei einer Pressekonferenz auf einem Hof eines Tierhalters in Hopsten bei Rheine. Beringmeier forderte zeitnah Liquiditätshilfen für die Züchter, „die ihnen ein Weiterwirtschaften ermöglichen“.

29.05.2020, 13:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der WLV-Präsident appellierte an den Lebensmitteleinzelhandel, auf den Import von Rindfleisch zu verzichten und auf regionale Lieferanten zurückzugreifen. Nach Angaben des WLV sind 900 Bullenmäster im Kreis Steinfurt im Münsterland in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Diese Züchter hielten 22 Prozent aller Mastbullen in Nordrhein-Westfalen. Die durchschnittlichen Einkommen der vergangenen Jahre hätten demnach nicht ausgereicht, um Rücklagen zu bilden.

„Momentan können wir nicht kostendeckend wirtschaften. Durch die schlechten Preise verlieren wir derzeit etwa 200 Euro pro verkauftem Bullen. Hinzu kommt, dass wir aufgrund der schlechten Ernten in den vergangenen beiden Dürrejahren deutlich teurer Futter für unsere Tiere zukaufen müssen“, sagte Heiner Lambrecht-Speller auf seinem Hof in Hopsten.

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