Ricken: Altersgrenze im Profifußball für „Ausnahmefälle“

Borussia Dortmunds Nachwuchskoordinator Lars Ricken sieht in den nächsten Jahren „nicht mal eine Handvoll“ Jungstars, die von der neuen Altersregel im Profifußball profitieren. „Ich kann die Skepsis verstehen. Natürlich haben wir als Verein eine große Verantwortung“, sagte der Ex-Nationalspieler im Sport1-Interview. „Wir können nicht einfach blind jemanden reinwerfen. Es geht auch nicht darum, durch frühe Einsätze den Marktwert eines Talents zu erhöhen. Für mich ist klar, dass es sich hierbei um absolute Ausnahmefälle handelt.“

10.04.2020, 11:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Lars Ricken steht vor einem Spiel an der Seitenlinie. Foto: picture alliance / Guido Kirchner/dpa/Archivbild

Lars Ricken steht vor einem Spiel an der Seitenlinie. Foto: picture alliance / Guido Kirchner/dpa/Archivbild

Die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga hatte Ende März einem Antrag des BVB zugestimmt, sodass ein Spieler bereits nach Vollendung seines 16. Lebensjahres eingesetzt werden darf. „Wir waren nicht nur Befürworter, sondern auch Initiator“, sagte Ricken und fügte mit Blick auf das 15 Jahre alte Supertalent Youssoufa Moukoko an: „Er hat in den vergangenen drei Jahren knapp 130 Tore geschossen. Dem Jungen musst du zumindest die Möglichkeit geben, den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen.“

Außerdem hätten „ausländische Ligen bislang einen Wettbewerbsvorteil“ gehabt. „Das kann nicht im Sinne des deutschen Fußballs sein, wenn wir Youssoufa zum Beispiel nach England verleihen würden, damit er diesen nächsten Schritt geht“, sagte Ricken. Moukoko wird am 20. November dieses Jahres 16 Jahre alt.

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