Rechtsanwalt wegen Parteiverrats verurteilt

Ein Düsseldorfer Rechtsanwalt ist vom Landgericht wegen Parteiverrats und Untreue verurteilt worden. Das Gericht verwarf am Dienstag die Berufung des Advokaten, nachdem der vor Gericht erneut nicht erschienen war. Beim ersten Mal hatte ihm ein Arzt noch Herzprobleme attestiert, diesmal hatte ihn aber ein Arzt auf Nachfrage des Gerichts als verhandlungsfähig eingestuft.

01.12.2020, 11:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vor dem Landgericht hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild

Vor dem Landgericht hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild

Er wurde damit zu acht Monaten Haft auf Bewährung und 1500 Euro Geldbuße verurteilt (Az.: 23 Ns 1/20). Wie der vorsitzende Richter mitteilte, hatte der 39-Jährige dem Gericht über seinen Verteidiger am Montag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zukommen lassen. Der zuständige Neusser Arzt habe auf seine telefonische Nachfrage aber erklärt, der Anwalt sei dennoch verhandlungsfähig.

In der Vorwoche war der Rechtsanwalt wenige Stunden vor dem Prozess mit Verdacht auf Herzinfarkt in eine Klinik gebracht worden. Der Rechtsanwalt soll in einem Strafverfahren erst eine Frau vertreten, dann das Mandat niedergelegt und als Verteidiger anschließend ihren mitangeklagten Bekannten verteidigt haben. Das ist Anwälten aber verboten.

Außerdem soll der Jurist Gelder eines Mandanten in Höhe von 6000 Euro für sich behalten und damit veruntreut haben. In einem weiteren Ermittlungsverfahren wird dem Juristen vorgeworfen, von einem Mandanten eine Geldauflage in Höhe von 250 Euro kassiert, das Geld aber nicht weitergeleitet zu haben.

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