Raumnot beim DRK-Blutspendedienst

Wohin mit den bereitwilligen Blutspendern? In der Coronakrise sucht das Deutsche Rote Kreuz händeringend Räume, um seiner wichtigen Aufgabe nachzukommen.

18.03.2020, 06:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Kanüle steckt im Arm eines Blutspenders. Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

Eine Kanüle steckt im Arm eines Blutspenders. Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

Die Schließung von Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden stellt den DRK-Blutspendedienst vor ein neues Problem: Vielerorts fehle es an geeigneten Räumen, um Blutspenden zu sammeln, sagte ein Sprecher des DRK-Blutspendedienstes West, der für Rheinland-Pfalz und das Saarland sowie für Nordrhein und Westfalen-​Lippe zuständig ist, der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich appellierte er an die Verantwortlichen, Räumlichkeiten für diese essenzielle Aufgabe zur Verfügung zu stellen. Dafür führe man derzeit auch vielerorts Gespräche. Es müsse klar sein, dass Blutspendetermine nicht mit Schützenfesten und anderen Freizeitveranstaltungen gleichzusetzen seien. Vielmehr handele sich hierbei um Zusammenkünfte, die dringend gebraucht würden.

An Spendenbereitschaft mangele es indes nicht, erklärte der Sprecher. „Die Menschen stehen da wie eine Wand.“ Um in Zeiten der Coronakrise ein Höchstmaß an Schutz vor Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 zu bieten, treffe man vielfältige Vorsorge. So würden Spendewillige schon im Eingangsbereich der Blutspendeeinrichtungen befragt. Wer beispielsweise innerhalb der vergangenen Wochen in Italien oder einer anderen vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuften Region war oder mit erhöhter Temperatur und anderen Erkältungssymptomen zum Spendetermin kommt, wird weggeschickt. Zudem werden die Spender räumlich voneinander getrennt, um Ansteckungen zu vermeiden. Wer Kontakt zu einem an Coronavirus-Erkrankten oder zu einem Verdachtsfall hatte, darf vier Wochen nach diesem Kontakt kein Blut spenden. Über weitere Regelungen informiert der DRK-Blutspendedienst auf seiner Homepage.

Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) appellierte derweil an die Menschen, auch in Zeiten der Coronakrise nicht nachzulassen bei der Blutspendebereitschaft. „Gerade jetzt sind Blutspenden ungeheuer wichtig“, sagte die Ministerin in Mainz. Aufgrund der ohnehin in dieser Jahreszeit zahlreichen Influenza-Fälle und der zusätzlichen Infektionen mit dem Coronavirus könnten viele Spender jetzt nicht an den Terminen mitwirken. Deshalb sei es ihr ein Herzensanliegen, die Bevölkerung zu Blutspenden aufzurufen.

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