Rattenplage: Justiz prüft Einweisung von Vogelfutter-Frau

Eine 54-Jährige soll in Wuppertal durch das Verstreuen von massenhaft Vogelfutter eine Rattenplage ausgelöst haben. Am Montag musste sich die Frau vor dem Amtsgericht verantworten. Weil sie die Menschen, die das Vogelfutter beseitigen wollten, beleidigt, bedroht und angegriffen haben soll, war Anklage gegen sie erhoben worden.

16.03.2020, 12:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Der Amtsrichter habe während der Verhandlung Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit der Frau bekommen, sagte eine Gerichtssprecherin. Daher soll nun ein Psychiater als Gutachter untersuchen, ob die Frau schuldfähig ist, oder ob sie in einer geschlossenen Psychiatrie untergebracht werden muss.

Der WDR hatte zuerst über den Fall berichtet. Demzufolge musste sogar eine Kita geschlossen und ein Schulhof gesperrt werden, weil das Futter hunderte Ratten angelockt hatte. Kammerjäger waren mit der Situation überfordert: Angesichts des Überangebots an Futter verschmähten die Nager die Giftköder.

Das Verstreuen von Vogelfutter ist in Wuppertal zwar verboten. Geldbußen und Platzverweise hatten die Frau aber nicht von ihrem Treiben abbringen können. Die Anklage wirft ihr Beleidigung, Bedrohung, versuchte Nötigung und versuchte Körperverletzung vor, berichtete ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

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