Psychisch Kranker gesteht Messerattacke auf eigenen Vater

Mit einem Geständnis des Angeklagten hat der Prozess um eine lebensgefährliche Messerattacke auf dessen Vater am Montag in Dortmund begonnen. Weil der 30-jährige Beschuldigte aus Castrop-Rauxel als psychisch krank und damit schuldunfähig gilt, geht es in dem Prozess nicht um eine klassische Bestrafung, sondern allein um die Frage, ob er zum Schutz der Allgemeinheit unbefristet in eine geschlossene psychiatrische Klinik eingewiesen werden muss.

30.03.2020, 17:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenbergen, die sich auf einem Tisch stapeln. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenbergen, die sich auf einem Tisch stapeln. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

In seinem Geständnis schilderte der Mann am Montag, dass er zur Tatzeit unter schweren Wahnvorstellungen gelitten habe. „Ich hatte tausend Stimmen im Kopf, die alle mit mir gesprochen haben“, sagte er. Und: „Ich habe mir eingebildet, dass ich verfolgt werde und dass mein Essen und mein Wasser vergiftet ist.“ Am Abend des 10. Oktober 2019 habe er deshalb beschlossen, einen Computer aus dem Haus seiner Eltern zu holen, weil seiner nicht mehr sicher gewesen sei. Dabei sei es zur Konfrontation mit seinem Vater gekommen. „Dann muss ich zugestochen haben“, so der Beschuldigte.

Der Vater erlitt bei der Tat schwere innere Verletzungen. Mit Perforationen des Magens und des Dickdarms wurde er in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er notoperiert werden musste. Auch die Mutter des Beschuldigten und der jüngere Bruder wurden durch Messerschnitte und Faustschläge verletzt. Die Polizei konnte den mutmaßlichen Täter dann aber widerstandslos festnehmen.

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