Prozessauftakt um halb verbrannte Leiche

Zum Auftakt eines Mordprozesses vor dem Landgericht Paderborn um eine halb verbrannte Leiche hat sich der Angeklagte am Mittwoch die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft in der Corona-Krise zum Schutz hinter einer Plexiglasscheibe angehört. Der 48-Jährige hielt sich bei der Verlesung einen Aktendeckel vor das Gesicht. Auf Fragen des Gerichts zu seiner Person antwortet er kurz und knapp.

08.04.2020, 15:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Statue der Justitia steht neben Aktenbergen. Foto: Volker Hartmann/dpa/Archivbild

Eine Statue der Justitia steht neben Aktenbergen. Foto: Volker Hartmann/dpa/Archivbild

Der Mann aus Delbrück muss sich wegen Mordes und schwerer Brandstiftung verantworten. Der gelernte Fleischer soll im Oktober vergangenen Jahres seinen 84 Jahre alten ehemaligen Pflegevater mit einem Vorschlaghammer erschlagen haben, um an dessen Erbe zu gelangen. Anschließend, so heißt es in der Anklage, habe er Feuer gelegt, um den Toten zu verbrennen und so die Tat zu vertuschen.

Die Leiche wurde von der Feuerwehr bei Löscharbeiten entdeckt. Zum Prozessauftakt wurde nur die Anklageschrift verlesen. Der vom Gericht bestellte psychiatrische Gutachter kann wegen Terminproblemen erst Mitte Mai an dem Verfahren persönlich teilnehmen, um sich zur Schuldfähigkeit des Angeklagten zu äußern. Der 48-Jährige hatte zum Zeitpunkt seiner Festnahme Drogenspuren im Blut, darunter Cannabinoide und Morphine.

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