Prozess um versuchten Mord in Somalia am Landgericht Detmold

Bei einem Antrag auf Asyl in Deutschland hat sich eine Frau aus Somalia im März 2017 selbst schwer belastet und muss sich deshalb jetzt wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Detmold verantworten. Ein Urteil soll nach Angaben eines Gerichtssprechers von Freitag bereits am ersten Prozesstag in der nächsten Woche (21. August) fallen. Die Anklage wirft der Frau vor, dass sie nach einer Vergewaltigung durch zwei Männer einen der Täter töten wollte. Dazu habe sie im Juni 2013 dem Mann in der Dunkelheit in Somalia aufgelauert und ihm zweimal von hinten ein Messer in den Rücken gerammt. Er überlebte verletzt.

14.08.2020, 11:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Eingang des Landgerichts. Foto: Friso Gentsch/dpa

Der Eingang des Landgerichts. Foto: Friso Gentsch/dpa

Die Anklage beruht allein auf den Aussagen der Frau, die sie erstmals bei ihrem Asylantrag gegenüber den Behörden gemacht hatte. Aus Angst vor Verfolgung war sie mit zwei kleinen Kindern aus Somalia geflohen. Nach Angaben des Landgerichts greift in diesem Fall das deutsche Strafrecht, weil die jetzt angeklagte Tat in Somalia strafbar ist, aber die Frau wegen der dort drohenden Todesstrafe nicht an das afrikanische Land ausgeliefert werden kann.

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