Raser tötet auf Flucht vor Polizei unbeteiligten Mann – dafür wurde er nun verurteilt

Prozess

Auf der Autobahn ignoriert ein Fahrer die Haltezeichen der Polizei. Seine Flucht endet in Braunschweig mit einem Crash, bei dem ein Unbeteiligter stirbt. Dafür muss der Raser nun ins Gefängnis.

Braunschweig

10.03.2020, 13:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Angeklagte wird von Beamten in den Saal des Landgerichts in Braunschweig gebracht.

Der Angeklagte wird von Beamten in den Saal des Landgerichts in Braunschweig gebracht. © picture alliance/dpa

Für den Tod eines Unbeteiligten bei seiner Flucht vor der Polizei muss ein 38-Jähriger sieben Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Braunschweig verurteilte den Mann aus Sachsen-Anhalt am Dienstag unter anderem wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Auf der Flucht vor einer Polizeikontrolle war der Angeklagte im August 2019 in zwei an einer roten Ampel wartende Autos gekracht. Ein 33 Jahre alter Fahrer eines der beiden Autos kam dabei ums Leben.

Der Unfall in Braunschweig war das tödliche Ende einer kilometerlangen Verfolgungsfahrt über die Autobahn, teils mit Tempo 240. Während des Prozesses hatte sich der Angeklagte mehrmals entschuldigt. Durch seinen Verteidiger ließ er erklären, dass er seit einiger Zeit die synthetische Droge Crystal Meth konsumiert habe, um dem Druck als Vater und im Beruf standzuhalten. An die Fahrt von Hamburg Richtung Magdeburg könne er sich kaum erinnern, wisse nicht genau, was real gewesen sei.

Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre und elf Monate Haft gefordert, die Verteidigung viereinhalb Jahre. Vertreter der Nebenklage hatten eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes beantragt.

RND