Prozess gegen mutmaßlichen Selmer Reichsbürger: Kranker Angeklagter belohnt

Landgericht

Wieder Aufregung um einen mutmaßlichen Reichsbürger aus Selm. Kurz vor Prozessbeginn in Dortmund meldete er sich am Mittwoch krank. Belohnt wurde er trotzdem.

Selm

, 10.06.2020, 16:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vor dem Landgericht Dortmund fand der Prozess gegen den Selmer statt.

Vor dem Landgericht Dortmund fand der Prozess gegen den Selmer statt. © picture alliance/dpa

In dem Berufungsprozess vor der 45. Strafkammer ging es am Mittwoch, 10.Juni, noch einmal um den Fund eines Jagdgewehrs in der Wohnung des 56-Jährigen. Im November 2016 hatte die Polizei die Waffe bei einem Einsatz entdeckt und sichergestellt. Wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz wurde der mutmaßliche Reichsbürger dann im Januar 2018 zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt.

Weil er sich damit allerdings nicht abfinden wollte, hatte der Mann damals fristgerecht Berufung eingelegt. Als am Mittwoch jedoch über seinen Einspruch verhandelt werden sollte, blieb der Platz auf der Anklagebank leer. „Mein Mandant ist gerade auf dem Weg zum Arzt“, teilte Verteidiger Ulrich Bambor mit.

Anstatt die Berufung zu verwerfen, ließ sich die Kammer darauf ein, in Abwesenheit des Angeklagten zu verhandeln. Die extra angeforderten Wachtmeister durften allerdings wieder ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen. Ohne den Angeklagten war ihre Anwesenheit nicht mehr erforderlich.

Neue Geldstrafe erwirkt

In der Verhandlung versuchte Verteidiger Bambor alles, um die Höhe der Geldstrafe zu reduzieren. Immerhin habe sein Mandant doch gerade erst einen Strafbefehl über 28.000 Euro wegen Steuerhinterziehung voll bezahlt, hieß es.Am Ende lenkten Gericht und Staatsanwaltschaft ein. Die neue Geldstrafe beträgt nur noch 5000 Euro.

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