Proteste am Tagebau Garzweiler: Sitzblockaden auf L277

Nach erneuten Protesten gegen den Abriss einer Landstraße für den Braunkohletagebau Garzweiler hat die Polizei nach eigenen Angaben fünf Aktivisten in Gewahrsam genommen. Gegen sieben Beteiligte werde wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs ermittelt, erklärte die Behörde am Dienstag.

21.07.2020, 09:11 Uhr / Lesedauer: 1 min

Demnach hatten am Morgen zwei kleine Gruppen protestiert. Die erste Gruppe habe die Fahrbahn der Landstraße 277 bei Lützerath blockiert. Davon soll sich ein Teil aneinandergekettet haben. Nachdem die Aktivisten die Straße trotz Aufforderung nicht verlassen hätten, habe die Polizei die Vorrichtungen gelöst. Gegen alle sieben Personen werde nun wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs ermittelt. Vier von ihnen kamen zur Feststellung der Identität in Polizeigewahrsam.

Aus der zweiten Gruppe bei Keyenberg hatte ein Mann den Angaben nach versucht, bei den laufenden Abrissarbeiten auf eine Maschine zu steigen. Er sei ebenfalls in Gewahrsam genommen worden.

Für Mittwoch haben junge Umweltaktivisten zu einer Aktion des „zivilen Ungehorsams“ aufgerufen. Die Landstraße wird von Kohlegegnern in den von Umsiedlung betroffenen Dörfern als eine Art Grenze verstanden, die die Braunkohlebagger nicht überschreiten sollen. Hinter der Straße liegen die Dörfer, die für die Braunkohle abgebaggert werden sollen.

Seit dem Wochenende gibt es Proteste gegen den Abriss der L 277 im Erkelenzer Stadtteil Keyenberg im Kreis Heinsberg. Nach RWE-Angaben arbeitet sich der Tagebau nach Westen vor und erreicht in wenigen Wochen die betroffene Straße. Die Abrissarbeiten sollen demnach bis September dauern.

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